Mi, 13. Dezember 2017

Rassismus-Morde?

08.04.2012 15:14

Drei Schwarze in USA erschossen: Zwei Festnahmen

Nach einer Serie von Morden an Schwarzen in der Stadt Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma hat die Polizei CNN zufolge am Sonntag zwei Verdächtige (Bild) festgenommen. Sie sollen am Freitag auf fünf Menschen an vier Orten in einem Umkreis von fünf Kilometern Schüsse abgefeuert haben. Drei starben, zwei wurden schwer verletzt, dürften aber nach Angaben der Behörden überleben. Da es sich bei allen Opfern um Afroamerikaner handelt, wird geprüft, ob die Taten einen rassistischen Hintergrund haben.

Zur Fahndung nach dem bzw. den Tätern war eine eigene Ermittlergruppe gebildet worden, die vom FBI und den US-Marshalls unterstützt wurde. Am Sonntag wurden dann der 32-jährige Alvin Watts und der 19-jährige Jake England in Polizeigewahrsam genommen, berichtete der Nachrichtensender CNN. Ob einer von ihnen oder beide geschossen haben, ist derzeit ebenso wie ihr Motiv noch unklar.

Die Polizei war zunächst aufgrund der Angaben eines der beiden Überlebenden von einem Einzeltäter ausgegangen. Die beiden Verdächtigen sollen laut den Ermittlern jedoch gemeinsam in einem weißen Pick-up die Bluttaten begangen haben. Das Fahrzeug wurde sichergestellt. Das Duo werde des dreifachen Mordes und in zwei Fällen wegen Waffengebrauch mit Tötungsabsicht angeklagt. Beide Männer sind weiß, ihre fünf Opfer waren alle Afroamerikaner.

Rassismus als Motiv für Morde?
Stadtrat Jack Henderson, in dessen Bezirk sich alle fünf Taten ereigneten, vermutete deshalb einen rassistischen Hintergrund hinter den Taten. "Sie haben einen Weißen, der in eine Siedlung gekommen ist, und auf Schwarze geschossen und sie getötet hat", zitierte die "New York Times" Henderson. "Für mich deutet das darauf hin, dass wir hier ein rassistisches Problem haben."

Erst kürzlich hatte in den USA der Fall Trayvon Martin (siehe Infobox) eine neue Rassismusdebatte angefacht. Der schwarze Jugendliche war von einem Mitglied einer privaten Bürgerwehr erschossen worden.

Die Polizeibehörde in Tulsa dürfte wohl deshalb besonders vorsichtig sein. Sie will derzeit noch nicht von einem Verbrechen aus Hass sprechen. Der bzw. die Täter hätten keine rassistischen Ausdrücke verwendet, nichts deute derzeit auf ein rassistisches Motiv hin. "Im Moment habe ich mehr Sorgen wegen der drei ermordeten Bürger", sagte der Polizeichef der Stadt, Chuck Jordan.

Fünf Opfer binnen weniger Stunden
Die ersten Schüsse waren am Freitag kurz nach 1 Uhr nachts gefallen, das Opfer verstarb wenig später im Krankenhaus. Nur drei Minuten später wurde in der Nähe des ersten Tatorts auf zwei weitere Menschen geschossen. Beide befanden sich zunächst in kritischem Zustand, dürften aber einem mit den Ermittlungen betrauten Polizisten zufolge überleben. Kurz vor 2 Uhr fielen dann erneut tödliche Schüsse.

Ein drittes Todesopfer wurde schließlich gegen 8 Uhr morgens vor einem Bestattungsinstitut entdeckt. Der Mann dürfte aber bereits in den Nachtstunden erschossen worden sein.

Die Vorgehensweise der Täter beschrieb Stadtrat Henderson als Jagd auf Fußgänger. Der Fahrer des Pick-ups sei neben den Opfern stehen geblieben und habe sich als Vorwand eine Wegbeschreibung geben lassen. Als die Passanten sich dann wieder vom Wagen entfernt hätten, sei das Feuer auf sie eröffnet worden.

Bewohner können aufatmen
Die Nachricht von der Festnahme der beiden mutmaßlichen Täter veröffentlichte die Polizei dann so schnell wie möglich - um den Bewohnern von Tulsa zu signalisieren, dass ihre Stadt am Ostersonntag wieder ein "bisschen sicherer" geworden ist, erklärte Polizeichef Jordan.

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