Fr, 15. Dezember 2017

Solidaritätsstreik

08.04.2012 09:59

Kontrolleur zu Tode geprügelt: Öffis in Brüssel stehen still

Aus Solidarität mit einem zu Tode geprügelten Kollegen sind am Samstag die Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs in Brüssel in den Ausstand getreten. Bis Dienstagnachmittag stehen Busse, Metro und Straßenbahnen nun still, wie die Sprecherin der Brüsseler Verkehrsbetriebe STIB, Francoise Ledune, am Sonntag bestätigte.

Der 56-jährige Familienvater wollte Samstag früh einen Unfall zwischen einem Bus und einem Auto aufnehmen. Der mutmaßliche Täter war wohl nach einem Anruf des Autofahrers zum Unfallort gekommen und griff den Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrsunternehmens STIB an.

Dabei verletzte er ihn so schwer, dass das Opfer wenig später starb. Der Angreifer flüchtete, die Polizei konnte ihn aber am Nachmittag stellen und festnehmen. Er hatte bereits zuvor Scherereien mit der Justiz, wie die Brüsseler Staatsanwaltschaft dem Radiosender VRT bestätigte. Staatsanwalt Bruno Bulthe beklagte einen nicht hinnehmbaren Akt "sinnloser Gewalt". Mehr als einhundert STIB-Mitarbeiter kamen zu einem Gedenkmarsch in der Brüsseler Innenstadt zusammen.

Verbesserung der Sicherheit versprochen
Ministerpräsident Elio Di Rupo sprach sich für einen schnellen Prozess und die harte Bestrafung der Verantwortlichen aus. Innenministerin Joelle Milquet nannte den Tod des STIB-Angestellten einen "extrem gewalttätigen kriminellen Akt", berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Milquet will bei einer Kabinettssitzung am Dienstag Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit im Nahverkehr vorschlagen. Zudem empfängt die Ministerin eine Abordnung von STIB.

Gewerkschafter: "Sicherheitsproblem ist nicht neu"
Busse, Bahnen und Metro der belgischen Hauptstadt stehen jedenfalls bis Dienstagnachmittag still. "Die Betriebsleitung erkennt, dass eine Wiederaufnahme der Nutzung des Netzes nicht möglich ist vor dem vorgesehenen Treffen", sagte die STIB-Sprecherin.

Die Wiederaufnahme der Arbeit hänge von dem Gespräch mit Milquet ab, sagte Robert Timmermans von der Gewerkschaft CSC-Transcom: "Wir erwarten klare und entschlossene Maßnahmen und keine kleinen Schritte. Das Sicherheitsproblem im öffentlichen Nahverkehr ist nicht neu." Im Jahr 2010 wurden im öffentlichen Nahverkehr in Brüssel 773 Passagiere und 193 Mitarbeiter angegriffen.


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