Mo, 11. Dezember 2017

In Libyen erschossen

06.04.2012 13:43

Landete Austro-Fotograf Hammerl in Massengrab?

Ein Schicksal, das um die Welt ging: Vor knapp einem Jahr wurde der österreichische Fotograf Anton Hammerl (Bild) in der libyschen Wüste von Gadafi-Truppen hingerichtet. Elf Monate lang fehlte vom Leichnam des 41-Jährigen jede Spur. Jetzt könnten seine sterblichen Überreste endlich gefunden worden sein - in einem Massengrab.

Mit Bildern, die um die Welt gingen, verdiente Anton Hammerl sein Geld - doch sein Vorhaben, die Realität in Libyen ans Licht zu bringen, wurde vor einem Jahr sein Todesurteil. Mitten in der Wüste, nahe der Stadt Brega, wurde der 41-Jährige von Gadafi-Truppen angegriffen. Während Journalistenkollegen am Leben gelassen wurden, starb Hammerl bei dem Anschlag. Er wurde erschossen.

Lange Zeit versuchte Libyen den Mord zu vertuschen, erzählte Märchengeschichten über eine angebliche Gefangenschaft. Doch die Wahrheit kam ans Licht. Für die Angehörigen eine monatelange Folter aus Hoffnung und Verzweiflung - und als der Tod Hammerls schließlich traurige Gewissheit wurde, wollten sie zumindest eines: gebührend Abschied nehmen. Doch bis vor Kurzem fehlte von den sterblichen Überresten jede Spur.

"Wir müssen wissen, ob es Anton ist"
Nun könnte die Leiche entdeckt worden sein: Journalisten fanden in einem Massengrab im Osten Libyens die Leiche eines Mannes - samt Kameraobjektiv. Gewissheit kann freilich erst eine eindeutige Identifizierung bringen, diese stellt die libyschen Behörden aber vor ein großes Problem. "Aufgrund erster Untersuchungen stimmt der Todeszeitpunkt des entdeckten Mannes mit jenem von Hammerl überein. Doch Libyen ist nicht in der Lage, DNA-Tests durchzuführen", erklärt Peter Bouckaert von der Organisation "Human Rights Watch".

Südafrika, die Wahlheimat des Fotografen, versucht nun Druck auszuüben. Man hofft auch auf Unterstützung der österreichischen Behörden. Hammerls Witwe zur "Krone": "Wir können nur hoffen, dass die Unsicherheit bald ein Ende hat. Wir müssen wissen, ob es Anton ist. Unsere Trauer wird sich dadurch nicht verändern - aber es könnte uns dabei helfen abzuschließen."

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