Sa, 16. Dezember 2017

Gefühl der Taubheit

05.04.2012 12:23

Ablehnung im Internet schmerzt wie in der Realität

Ablehnung schmerzt online genauso wie im echten Leben. Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler der Pennsylvania State University aus den USA. "Wenn Sie sich je schlecht gefühlt haben, nachdem sie auf Facebook 'ignoriert' wurden: Sie sind nicht allein", tröstet daher Studienautor Joshua Smyth.

Smyth und seine Kollegin Kelly Filipkowski haben zwei Studien durchgeführt, um die Reaktion auf Zurückweisung sowohl in der Kommunikation von Angesicht zu Angesicht wie auch im Internet zu untersuchen.

Zuerst wurden 275 Studenten befragt, wie sie sich fühlen würden, würden sie in einem Gespräch ignoriert. In der zweiten Studie wurden 77 nicht eingeweihte Studenten während eines inszenierten Kennenlern-Gesprächs zwischen mehreren Personen absichtlich ignoriert. Die eine Hälfte wurde im direkten Gespräch, die andere Hälfte in einem Chatroom mit der ablehnenden Haltung ihrer Mitmenschen konfrontiert.

Off- wie online ein Gefühl der Taubheit
Dabei habe sich gezeigt, dass beide Gruppen ähnlich darauf reagierten, ausgeschlossen zu werden, so die Wissenschaftler. Die Studenten hätten sich entgegen der Erwartungen nicht aufgeregt, sondern ein Gefühl der Taubheit empfunden, sich distanziert und zurückgezogen. Zudem sei feststellbar gewesen, dass die Studenten sich wesentlich schlechter gefühlt hätten, als die 275 in der ersten Studie befragten Studenten vermutet hatten.

Unterscheidung zwischen Realität und Internet fällt schwer
Die Ergebnisse der Studie, die in "Computers in Human Behavior" publiziert wurden, deuten laut der Forscher darauf hin, dass wir nicht so deutlich zwischen persönlichen Erlebnissen und solchen im Internet unterscheiden, wie wir denken. Dies könne man auch zum Vorteil nutzen, indem Menschen in Not auch online Hilfe zukommen lasse, plädieren die Wissenschaftler.

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