Sa, 16. Dezember 2017

"Sehr nette" Treffen

05.04.2012 11:34

Google-Chef: Steve Jobs' Android-Hass war nur "Show"

Steve Jobs sei regelrecht davon besessen gewesen, Googles Smartphone-Betriebssystem Android zu "vernichten", heißt es in der Biografie des verstorbenen Apple-Mitgründers. Google-Chef Larry Page hat dies nun in einem Interview relativiert. Er ist der Meinung, diese Aussagen seien nur "Show" gewesen - Android habe als Konkurrent präsentiert werden sollen. Tatsächlich habe er Jobs vor dessen Tod mehrmals getroffen und "sehr nette" Gespräche mit ihm geführt.

Im Interview mit "Bloomberg Businessweek" sprach Google-Mitgründer Page (zweites Bild), der seit April 2011 erneut den Chefposten beim Konzern innehat, am Dienstag unter anderem über seine Beziehung zu Jobs.

Jobs war angeblich der Meinung, bei Android handle sich um "ein gestohlenes Produkt" (siehe Infobox) - dementsprechend habe er einen regelrechten Hass auf das Betriebssystem gehabt, heißt es in der offiziellen Biografie.

Regelmäßig freundschaftliche Treffen
Doch zeichnet Page im Interview ein anderes Bild: "Ich würde nicht sagen, dass ich mit ihm über die Jahre viel Zeit verbracht habe, aber ich habe ihn regelmäßig gesehen. Interessanterweise ist das (erste, Anm.) Treffen tatsächlich von ihm ausgegangen. Er hat mir eine E-Mail geschickt und gesagt: 'Hey, wollen wir uns treffen und uns unterhalten?' Ich habe geagt: 'Klar, komm rüber.' Und wir hatten ein sehr nettes Gespräch. Das war immer so, wenn wir eine Diskussion geführt haben."

Android-Hass nur "Show", um Apple zu vereinen
Jobs sei bereits "ziemlich krank" gewesen, beschreibt Page, dementsprechend geehrt habe er sich gefühlt, dass der Apple-Mitgründer mit ihm habe Zeit verbringen wollen. Die Gespräche hätten sich vor allem darum gedreht, wie man eine Firma führe, so Page. Jobs habe "viele interessante Erkenntnisse" zum Thema gehabt. Die Streitereien um Android habe er hingegen nur "für eine Show" gehalten.

"Ich denke, es diente ihren (Apples, Anm.) Interessen. Vielen Firmen hilft es, wenn sie sich fühlen, als hätten sie einen offensichtlichen Konkurrenten und sich geschlossen gegen diesen stellen." Er persönlich halte von dieser Strategie allerdings nichts - es sei besser, "zu sehen, was möglich ist und wie man die Welt besser machen kann", stellte Page dar.

Patentkrieg laut Page "bedauerlich"
Den aktuellen Patentkonflikt in der IT-Branche nannte Page bedauerlich. "Viel Geld geht für Anwälte und sonstiges drauf, anstatt damit großartige Produkte für die Nutzer zu entwickeln." Ohne konkret ein Unternehmen zu nennen, fügte Page noch einen verbale Ohrfeige hinzu: "Ich denke, dass Unternehmen üblicherweise dazu greifen, wenn ihr Lebenszyklus sich dem Ende nähert und sie kein Vertrauen mehr in ihre Fähigkeit haben, auf natürliche Weise zu konkurrieren."

Von den Gegnern im Patentkonflikt dürfte das eher eine Spitze gegen Microsoft denn gegen Apple gewesen sein - denn schließlich brechen iPhone und iPad bei Apple Verkaufsrekorde und sorgten für Geldreserven von rund 100 Milliarden Dollar (76,5 Milliarden Euro) - auch nach den Ausgaben für die Patentanwälte.

Google weiterhin Innovationsmotor und Weltverbesserer
Angesichts der aktuellen Kritik, Google vernachlässige bei der Aufholjagd mit Facebook seine Wurzeln in der Internetsuche, betonte Page, dass er sein Unternehmen weiterhin als Innovationsmotor und Weltverbesserer sehe. "Unsere Seele ist im Grunde dieselbe geblieben". Das Wesen Googles sei, "Technologie im großen Maßstab einzusetzen: technologische Fortschritte, die Menschen helfen, das Leben und die Gesellschaft verbessern."

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