Do, 14. Dezember 2017

Stiefvater in Haft

05.04.2012 09:34

Grazerin (25) erfand Missbrauch - und ist nun tot

Eine junge Grazerin hatte ihren Stiefvater beschuldigt, sie missbraucht und vergewaltigt zu haben. Der Mann wurde deshalb 2007 zu acht Jahren Haft verurteilt, doch im Oktober 2010 widerrief die Frau ihre Anschuldigungen und kämpfte um eine Wiederaufnahme des Verfahrens. Am Mittwoch starb sie nach einem Herzstillstand im Krankenhaus.

Es ist eine sehr komplizierte Geschichte, mit der die 25-jährige Grazerin letztlich nicht fertiggeworden ist. Sie war in schwierigen Familienverhältnissen aufgewachsen und beschuldigte ihren Stiefvater, dass er sie sexuell missbraucht und vergewaltigt habe, was ihr vor Gericht auch geglaubt wurde. Der Mann wurde 2007 zu acht Jahren Haft verurteilt, die er derzeit verbüßt.

Magersucht als Ursache für Herzstillstand
Vor einem Jahr erklärte die 25-Jährige schließlich, dass alles nicht stimme, und wollte eine Wiederaufnahme des Verfahrens erreichen (siehe Infobox). Mit ihrer Anwältin Karin Prutsch sammelte sie das nötige Material, auch diverse Gutachten - unter anderem die Glaubwürdigkeit der Frau betreffend - wurden eingeholt.

Die Grazerin litt seit einiger Zeit unter starker Magersucht. Am Montag hatte noch ein Gespräch mit einem Gutachter stattgefunden, sagte Prutsch, am Dienstagvormittag erlitt die 25-Jährige einen Herzstillstand. Sie wurde ins Grazer LKH-West eingeliefert, wo sie am Mittwoch starb.

Aussagen auf Video
Ihre Anwältin will trotzdem weiter um die Wiederaufnahme des Verfahrens kämpfen, das Material dazu sei ihrer Meinung nach ausreichend. "Ich habe auch Tonbildaufnahmen von ihr gemacht, was ich sonst nie tue", schilderte die Anwältin. Nun muss das Gericht entscheiden, ob das Verfahren wieder aufgenommen wird.

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