Mo, 11. Dezember 2017

Korrekt dinieren

25.11.2014 09:49

Kleiner Knigge für das Geschäftsessen

Ein geschäftlicher Termin mit einem Abendessen in hochkarätiger Besetzung steht an. Vorgesetzte und wichtige Geschäftspartner werden anwesend sein - damit besteht hohes Fettnäpfchen-Potenzial. Jetzt sind gute Manieren laut Knigge gefragt. Die folgenden grundsätzlichen Regeln helfen Ihnen dabei, sich von Ihrer besten Seite zu zeigen.

Der Auftakt
Zuerst erfolgt die formvollendete Vorstellung: Dabei stellt der Gastgeber der ranghöheren Person bzw. dem Ehrengast alle anwesenden Personen der Reihe nach vor. Danach geleitet er die Gäste zu ihren Plätzen und nimmt nach ihnen Platz. Alle anderen Gäste sollten nicht gleich zu einem beliebigen Platz stürmen, sondern sich erst dann auf ihren zugewiesenen Platz setzen, wenn der Gastgeber Platz genommen hat. Eine aufgestellte Serviette sollten Sie umlegen, jedoch erst beim Essen auf Ihrem Schoß aufbreiten. Setzen Sie sich aufrecht hin und stützen Sie sich nicht mit den Ellenbögen am Tisch ab.

Was tun mit all den Gläsern und Bestecken?
Ihr eigenes Gedeck beginnt links mit einem kleinen Brotteller und endet rechts mit dem äußersten Glas. Wenn zu jedem Gang ein anderes Getränk serviert wird, verwenden Sie die Gläser von rechts nach links. Das Wasserglas ist immer rechts außen. Langstielige Gläser werden grundsätzlich am Stiel angefasst, andere Gläser in der unteren Hälfte. Bevor Sie während des Essens etwas trinken, immer den Mund mit der Serviette abtupfen.

Je nachdem, um welche Art und Dimension von Veranstaltung es sich handelt, kann es ohne Weiteres sein, dass Sie sich vor vier bis fünf Besteckvarianten wiederfinden. Aber auch dann besteht kein Grund zur Verzweiflung: Die Faustregel ist, sich von außen nach innen vorzuarbeiten. Pro Gang gibt es ein Besteck, das nach jedem Gang mit dem Teller abserviert wird. Suppenlöffel werden in der Regel mitserviert und danach auch wieder abserviert. Dessertlöffel liegen über dem Teller. Wollen Sie Ihr Besteck während des Essens ablegen, bitte immer auf dem Teller, niemals auf Tischtuch oder Serviette.

Beim Essen von Brot ist zu beachten, dass Gebäck niemals im Ganzen mit Butter bestrichen wird, sondern immer in kleine Stücke gebrochen und dann bissenweise mit etwas Butter oder Aufstrichen bestrichen wird. Suppenteller werden nie gekippt, um sie besser auslöffeln zu können, höchstens Suppentassen - und das weg vom Körper.

Meeresfrüchte
Schwierig zu essen sind für weniger Versierte jene Menüs, die erst selbst zu zerlegen sind: ganzer Fisch und Meeresfrüchte. Wenn Sie selbst bestellen, verzichten Sie lieber darauf. Wenn diese Gerichte allgemein bestellt wurden und Sie absolut nicht damit umgehen können, ist es durchaus in Ordnung, die Bedienung zu bitten, die Hummerscheren gleich in der Küche knacken zu lassen oder die Forelle zu filetieren.

Bei Austern müssen Sie zunächst das Fleisch mit einer Austerngabel von der Schale lösen und dann nach Belieben mit etwas Zitrone, Pfeffer oder Salz würzen. Dann einfach die Schale an den Mund setzen und mitsamt dem Meerwasser schlürfen. Bei Muscheln verhält es sich ähnlich: Die erste wird mit der Gabel gegessen, deren Schale wird als Zange für alle weiteren Muscheln verwendet. Es wird ein Schälchen mit Zitronensaft beigestellt, der aber nicht zur geschmacklichen Verbesserung, sondern zur Reinigung Ihrer Finger gedacht ist.

Geflügel und Pasta
Werden ganze Hähnchen oder Wachteln kredenzt, so werden diese nicht mit den bloßen Händen zerteilt und gegessen, sondern mit Messer und Gabel. Man beginnt dabei bei den Schenkeln und Flügeln und arbeitet sich dann an den Körper vor.

Ein weiteres trickreiches Gericht sind Spaghetti. Diese sollten nur mit einer Gabel ordentlich aufgerollt und dann gegessen werden. Schaffen Sie das nicht, dürfen Sie einen Löffel zur Hand nehmen – jedoch niemals mit dem Messer klein schneiden!

Auch bei Kartoffeln sollten Sie vorsichtig sein: Laut Knigge sollten diese nicht durchgeschnitten, sondern mit der Gabel zerteilt, aber niemals zerdrückt und mit Soße vermischt werden.

Hoppla!
Wenn Ihnen die Serviette oder Ihr Besteck herunterfällt, lassen Sie es liegen und bitten Sie den Kellner um ein neues. Wenn Sie Ihr Weinglas umstoßen, sollten Sie rasch mit Ihrer Serviette das Schlimmste verhindern und sich bei Ihren Tischnachbarn entschuldigen. Landet der Wein auf der Kleidung Ihrer Sitznachbarn, bieten Sie Ihre Serviette oder ein Taschentuch an, aber niemals selbst Hand anlegen. Auch das Angebot, für die Reinigung aufzukommen, zählt zum guten Ton.

Tischgespräche
Dass nicht mit vollem Mund gesprochen werden darf, versteht sich von selbst. Achten Sie auch darauf, andere aussprechen zu lassen und sich nicht penetrant in den Vordergrund zu spielen. Auch zu lautes Lachen oder untergriffige Witze bzw. Bemerkungen sollte man sich verkneifen.

Ein Dauerbrenner ist das Thema Rauchen: Wenn im Veranstaltungsraum grundsätzlich geraucht werden darf, gilt wie folgt: Während des Essens sollte nicht geraucht werden, außer alle am Tisch sind Raucher und man ist sich einig, dass geraucht werden darf. Ansonsten darf die erste Zigarette erst nach dem Dessert angezündet werden. Und alle anderen Gäste müssen gefragt werden, ob der Rauch sie nicht stört.

Auch sollten Sie darauf achten, dass Sie sowohl zu Ihren Gesprächspartnern als auch zum Servicepersonal höflich sind. Eine anmaßende Bemerkung über die Bedienung kann den guten Eindruck bei Ihren Geschäftspartnern ruinieren.

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