Mo, 11. Dezember 2017

Dreijähriger getötet

04.04.2012 09:47

Vernachlässigung: Nun wird auch Cains Mutter angeklagt

Die Mutter des dreijährigen Cain, der am 8. Jänner 2011 in Folge von Misshandlungen durch den heute 27-jährigen Lebensgefährten der Mutter gestorben ist, wird wegen "Quälens oder Vernachlässigens unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen" angeklagt. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch informierte darüber am Mittwoch in einer Aussendung, wenige Tage nach der nicht rechtskräftigen Verurteilung von Milosav M. wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe samt Sicherheitsverwahrung.

Die Anklageschrift sei dem Verteidiger der Frau bereits zugestellt worden, sagte Gerichtssprecher Reinhard Flatz. Der Frau werde vorgeworfen, dass sie die Misshandlungen des kleinen Cain und seines älteren Bruders zumindest teilweise mitbekommen, aber keine entsprechenden Maßnahmen gesetzt habe.

Von den Übergriffen gewusst?
Sie soll laut Staatsanwaltschaft gewusst haben, dass es immer wieder zu gewalttätigen Übergriffen auf die beiden Kinder kam. Dies kam im Prozess auch bei der Verlesung der Einvernahme der Mutter zutage. Dennoch habe sie ihre Kinder der Obhut des Mannes anvertraut, während sie ihrer Arbeit nachging.

"Hätte mich nach den ersten Schlägen trennen sollen"
Gegenüber der Polizei hatte die Frau angegeben, dass sie selbst mehrfach von M. geschlagen worden sei. Sie habe die Beziehung zu dem Mann aufgeben wollen, aber keine Lösung für die Situation gesehen. Am Todestag von Cain habe der Dreijährige zahlreiche dunkelrote bzw. violette Verfärbungen aufgewiesen, das Sitzen habe ihn geschmerzt. Sie habe aber die Schwere der Verletzungen nicht erkennen können. Cain habe dazu gesagt, M. habe ihm "Aua, Aua" gemacht. "Ich hätte mich nach den ersten Schlägen dauerhaft von M. trennen müssen", bedauerte sie laut dem Protokoll.

Der Strafrahmen für die angeklagte Straftat liege zwischen einem und zehn Jahren Haft, berichtete Flatz.

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