Mo, 11. Dezember 2017

Nach Fekter-Streit

04.04.2012 08:18

Juncker stellt sich deutlich gegen "Geschwätzigkeit"

Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat zu mehr Disziplin bei EU-Gipfeln aufgerufen. Er sei "für Transparenz, aber gegen Geschwätzigkeit", sagte der Luxemburger gegenüber dem Ö1-"Morgenjournal" am Mittwoch. Bei der Verbreitung von "machtrelevanten Informationen" müsse eine "gewisse Reife der Debatte" erreicht werden, bevor sie nach außen getragen werden könnten. Ein klarer Seitenhieb gegen Finanzministerin Maria Fekter.

"Ich kann nicht anders, als permanent zur Disziplin der Teilnehmer aufrufen", so Juncker weiter. Vor wenigen Tagen hatte er sich verärgert über Finanzministerin Maria Fekter gezeigt, die nach einem Treffen der EU-Finanzminister als Erste Journalisten über die Ergebnisse informierte.

Bereits am Dienstag hatte der Luxemburger zum umstrittenen Vorpreschen Fekters bei der Bekanntgabe der Aufstockung des Rettungsschirms von 500 auf 800 Milliarden Euro Stellung genommen: Es habe "keinen bitterbösen Streit", sondern lediglich eine Aussprache vor Ort gegeben, erklärte er.

Juncker hielt in Linz Vortrag
Juncker war am Dienstagnachmittag nach Linz gereist, um dort einen Vortrag anlässlich der Verleihung des "Ludwig Scharinger Preises" zu halten. Im Vorhinein erklärte er gegenüber Journalisten, er habe der österreichischen Finanzministerin deutlich gemacht, dass man nicht dauernd aus Sitzungen herausplaudern dürfe: "Es hat gereicht."

Auf seinen Gesundheitszustand angesprochen - Fekter hatte Schmerzen Junckers wegen Nierensteinen für seine Verstimmung verantwortlich gemacht -, sagte der Euro-Gruppen-Chef: "Den kenne ich selbst."

Aufstockung verteidigt
"Was wir jetzt gemacht haben, das passt", meinte der luxemburgische Premierminister zur Aufstockung des Euro-Rettungsschirms, "wir sind auf dem Weg." Zur Haushaltskonsolidierung gebe es keine Alternative. Es brauche eine kluge Schnittmenge zwischen konsolidierenden und wachstumsgebenden Impulsen.

Neue Kandidatur abgelehnt
Auf die Frage, wer denn künftig an der Spitze der Euro-Zone stehen werde, antwortete Juncker, dessen Amtszeit zu Jahresmitte nach acht Jahren abläuft: "Ich nicht." Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble wäre ein guter Kandidat, es gebe aber auch andere.

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