Mo, 11. Dezember 2017

Rennschnäppchen

04.04.2012 20:52

Mégane Coupé RS: Mehr Power für den Renn-Franzosen

Cirquito Monteblanco in der Nähe von Sevilla. Das Siriusgelb des "Mégane Coupé Renault Sport" strahlt vielversprechend in der spanischen Sonne, kräftiger Wind simuliert schon im Stand den Fahrtwind. Passend, denn der schnelle Franzose hat nach seiner gerade absolvierten Überarbeitung nun noch mehr PS unter der Haube: 265 PS fallen über die Vorderachse her.

Um die Extraportion abzurufen, muss der Fahrer das Fahrprogramm "Sport" oder "Race" aktivieren. Dann steht der 2,0-Liter-Turbomotor im vollen Saft und bietet 265 statt 250 PS und 360 statt 340 Nm. Dank TwinScroll-Turbolader liegen 80 Prozent des maximalen Drehmoments schon bei 1.900/min. an, auf Kraft wird also nicht gewartet, Kraft wird abgerufen.

Ja, das fährt sich richtig gut
Was bei anderen Fronttrieblern dieser Leistungsklasse wegen zerrender Lenkung an Masochismus grenzt, geht hier voll in Ordnung. Das Mégane Coupé RS wird auch mit den 15 Extra-PS fertig, dank der serienmäßig vom Feder-/Dämpfersystem entkoppelten Lenkachse (ISAS - Independent Steering Axis System). So lässt es sich jederzeit präzise lenken – und mit der optionalen mechanischen Differenzialsperre (35%) auch trefflich aus Kurven herausbeschleunigen. Die Sperre gehört samt speziellen 235er-Rädern zum Cup-Fahrwerk, das auch in der Sonderserie Mégane RS Trophy verbaut ist, die mit 8:08 Minuten den Fronttriebler-Rekord auf der Nordschleife hält.

Der Mann im Pacecar (Clio Gordini) gibt jedenfalls alles, muss sich aber dennoch ständig bedrängt fühlen, obwohl er die Strecke besser kennt. Schade, dass Überholverbot gilt.

Nach dem Start vergehen 6,0 Sekunden, bis 100 km/h erreicht sind, die Höchstgeschwindigkeit liegt jetzt bei 254 km/h. Den Durchschnittsverbrauch gibt Renault mit 8,2 Litern (CO2: 190 g/km) an. Auf der Rennstrecke zeigt der Bordcomputer durchschnittlich über 30 l/100 km an, aber das ist für den Alltagsfahrbetrieb noch weniger relevant als der Normverbrauch. Schließlich ist hier permanent Vollgas angesagt, und Hochdrehen bis an den Begrenzer. So reicht es am Ende von Start/Ziel für 210 km/h auf dem Tacho, bevor es voll in die Eisen (340 mm vorne, 290 mm hinten) geht.

Der Bordcomputer zeigt aber noch mehr an, etwa g-Kräfte und Bremsdruck. Das ist aber eher etwas für den Beifahrer, sonst leidet die Linie, was bei dem Tempo Zeit und Nerven kostet. Vor allem über die Kuppe in der Rechtskurve, die man mit über 160 nimmt.

Das Auge schärft mit
Nicht nur die inneren Werte wurden geschärft, auch die Optik. Die Frontpartie hat nun dunkle Scheinwerfermasken, das Leitblech in der Frontschürze erinnert an die Frontflügel der Formel-1-Rennwagen, LED-Tagfahrleuchten sorgen für eine markante Lichtsignatur. 18-Zoll-Räder in satiniertem Aluminium oder Matt-Schwarz mit R.S. Logo sind ebenfalls Hinschauer.

Optional sind rote Strippings für die vorderen Luftleitbleche, die Seitenschweller und die Heckschürze im Angebot. Der sportliche Eindruck des Interieurs wird vom Leder-Sportlenkrad mit Nullpunktmarkierung, den Aluminiumpedalen und dem analogen Tachometer geprägt. Die Sportsitze bieten guten Halt. Alternativ sind auch Recaro-Sportsitze erhältlich, die für großgewachsene Fahrer mit breiten Schultern beinahe etwas knapp geschnitten sind.

Unter den Kompakt-Spaßern ist der Mégane RS ein Schnäppchen. 31.390 Euro stehen als Grundpreis in der Liste, wer es ernst meint, investiert zumindest noch 1.600 Euro in das Cup-Fahrwerk samt obligatorischer Bereifung. Das Gleiche kostet auch das arge Siriusgelb. 19 statt 18 Zoll, Xenon mit Kurvenlicht, Recaros etc. kann man sich natürlich auch noch gönnen.

Schnell und günstig ist hier also die Devise, wobei sich der schnelle Franzose keineswegs billig anfühlt, wenn er im Renntrimm daherkommt. Wer es unauffälliger mag und die Schwiegermutter nicht verschrecken will, der verzichte auf das Cupfahrwerk und die anderen Rennzutaten, dann kommt der RS als Wolf im Schafspelz.

Warum?

  • Rennspaß zum Schnäppchenpreis
  • Fährt sich für einen Fronttriebler extrem gut.

Warum nicht?

  • Wenn man über 30 ist.

Oder vielleicht …

  • … VW Golf R, Mazda3 MPS, Alfa Romeo Giulietta QV, Seat Leon Cupra R
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