Mi, 13. Dezember 2017

Andere Auslöser

03.04.2012 11:18

Risiko für Krebs und Co. lässt sich aus DNA kaum ablesen

Aus dem gesamten Erbgut eines Menschen lässt sich nur sehr begrenzt das Risiko für häufige Erkrankungen wie Krebs vorhersagen. Zu diesem Ergebnis kamen US-Forscher nach der Auswertung Tausender Daten von eineiigen Zwillingen aus früheren Erhebungen. Ihrer Ansicht nach beeinflussen andere Faktoren als die DNA das Risiko, etwa an Krebs zu erkranken, weit mehr.

"Wir glauben, dass Genomtests kein Ersatz für gängige Strategien zur Krankheitsvorbeugung sein werden", sagte Bert Vogelstein vom Johns Hopkins Kimmel Cancer Center im US-Bundesstaat Baltimore. "Vorausblickendes Screening, frühe Diagnose- und Präventionsstrategien, wie nicht zu rauchen, sowie die Entfernung von Krebs in frühen Stadien werden die Schlüssel dazu sein, die Sterberaten durch Krankheiten zu senken."

Vogelstein und seine Kollegen nahmen Daten zu 24 Krankheiten genauer unter die Lupe, dazu gehörten Krebsarten, Alzheimer, Diabetes, Autoimmunerkrankungen sowie Herzkreislauf- und neurologische Krankheiten. Zwar würde bei 90 Prozent der Probanden ein genetisches Risiko für eine Krankheit bestehen. Doch für die restlichen 23 der untersuchten Krankheiten würden sie negative Gentestergebnisse erhalten, obwohl sie dennoch im Verlauf des Lebens daran erkranken könnten.

Forscher warnen vor "Wohlbehagen" durch Gentests
Die Autoren warnen daher vor falschem "Wohlbehagen" aufgrund von Gentests. Prägnantestes Beispiel dafür seien die Krebserkrankungen, so die Forscher. Für Menschen, in deren Familie kein Krebs vorkomme, sei die Entzifferung des gesamten Erbguts nicht sehr informativ, hieß es. "Erbliche Krebsarten sind außerdem selten. Die meisten Krebsarten entstehen durch Mutationen durch Umwelteinflüsse, Lebensstil und zufällige Genfehler bei der Zellteilung", sagte Mitautor Kenneth Kinzler.

Allerdings konnten bei vier Krankheiten mehr als drei Viertel der potenziellen Patienten erkannt werden, erklärten die Forscher: Darunter fallen nach Angaben der Johns Hopkins Medical Institutions Erkrankungen der Herzkranzgefäße bei Männern, Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse, Typ-1-Diabetes und Alzheimer.

Die Wissenschaftler präsentierten ihre Daten im Fachjournal "Science Translational Medicine" und auf einer Krebstagung in Chicago.

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