Di, 12. Dezember 2017

Trotz Rekordpreisen

02.04.2012 14:37

Greenpeace: "Wir sind Europas Billigtankstelle"

Ganz Österreich stöhnt über die Rekordspritpreise, aber für die heimischen Umweltschützer können Benzin und Diesel nicht teuer genug sein. "Wir sind die Billigtankstelle mitten in Europa", kritisierte Jurrien Westerhof von Greenpeace am Montag im Ö1-"Morgenjournal". Der Treibstoff sei in Österreich "noch immer relativ billig im Vergleich zu den Nachbarstaaten", pflichtete ihm Johannes Wahlmüller von Global 2000 bei.

Im vergangenen März sind die Preise für Benzin und Diesel deutlich angestiegen und haben ein neues Rekordniveau erreicht. Eurosuper kostete durchschnittlich 1,464 Euro, bei Diesel waren es 1,422 Euro. Damit war der März der teuerste Tankmonat aller Zeiten. Bisheriger Rekordmonat war der Mai 2011 mit Durchschnittspreisen von 1,408 (Eurosuper) und 1,327 (Diesel) Euro. Für das Reisewochenende zu Ostern rechnen die Autofahrerclubs mit unverändert hohen Spritpreisen.

"Es gibt kein billiges Benzin mehr"
Nach Ansicht der Umweltschützer müssten die Spritpreise im Sinne des Klimaschutzes eigentlich noch teurer sein. "In Deutschland und Italien ist Tanken teurer als in Österreich, daher tanken unsere Nachbarn gerne bei uns, und der Staat profitiert vom Tanktourismus durch die Steuereinnahmen", ärgerte sich Greenpeace-Aktivist Westerhof im "Morgenjournal". Es werde in Zukunft sowieso kein billiges Benzin mehr geben, es sei vernünftiger, "wenn wir uns Gedanken machen, wie wir ohne auskommen".

Menschen, die die hohen Spritpreise besonders hart treffen, sollte - so Westerhof - mittels Pendlerpauschale geholfen werden. "Wer genug Geld verdient, soll die Pauschale nicht bekommen", forderte der Umweltschützer.

Global 2000 fordert ökologische Steuerreform
Johannes Wahlmüller von Global 2000 argumentierte, dass der Straßenverkehr viele Schäden verursache, die Geld kosten, deshalb müssten Benzin und Diesel "eigentlich noch viel teurer sein". Er nimmt die Politik in die Pflicht, die eine ökologische Steuerreform umsetzen müsse: Umweltverschmutzung und Energieverbrauch stärker besteuern, Arbeit entlasten. "Dann wäre es auch möglich, die Bevölkerung zu überzeugen, höhere Benzin- und Dieselpreise zu akzeptieren", so Wahlmüller.

Grüne für "grüne Energiewende"
Rückendeckung bekommen die Umweltaktivisten von den Grünen. "Wer behauptet, Österreich könne die internationale Ölpreisentwicklung beeinflussen, hat die geopolitschen Zusammenhänge nicht verstanden und streut der Bevölkerung Sand in die Augen. Öl wird knapper und bei steigender Nachfrage daher teurer", sprach Umweltsprecherin Christiane Brunner am Montag Klartext. Sie forderte ein radikales Umdenken in der Verkehrspolitik und eine grüne Energiewende.

"Dass es auch anders geht, zeigen die Grünen in Wien", so Brunner. In der Bundeshauptstadt seien die Menschen zunehmend umweltfreundlich unterwegs. "Es ist uns gelungen, mehr Menschen zu den Öffis und aufs Rad zu bringen."

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