Mo, 18. Dezember 2017

Zwei Jahre danach

02.04.2012 10:15

Delfinsterben nach Ölpest im Golf von Mexiko dauert an

Zwei Jahre nach der schweren Ölpest im Golf von Mexiko hält das Delfinsterben vor der Südküste der USA an. Einer Studie der US-Umwelt- und Wetterbehörde NOAA zufolge wurden allein bis Ende März 2012 in den Küstengewässern von Florida bis Louisiana 84 tote Wale und Delfine registriert. Zum Vergleich: Vor der Ölkatastrophe im April 2010 starben in der Region im Jahresdurchschnitt 74 Tiere.

Am schlimmsten sei die Lage in Louisiana. Dort wurden der Untersuchung zufolge allein in diesem Jahr bisher 37 tote Tiere entdeckt. Vor dem Unglück starben dort im Schnitt 20 Wale und Delfine pro Jahr.

Im vergangenen Jahr verendeten der NOAA-Studie zufolge im gesamten betroffenen Bereich 362 Delfine und Wale. Im Katastrophenjahr 2010 seien es 262 gewesen.

Nach der Explosion der Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" im April 2010 flossen über lange Zeit hinweg große Mengen Rohöl ins Meer. Weite Teile der Küste wurden verschmutzt. Allerdings hieß es später vonseiten der Behörden, die Folgen für Flora und Fauna seien geringer ausgefallen als ursprünglich befürchtet.

Öl-Stress auch für Korallen
Erst kürzlich hatte eine Studie des Haverford College im US-Staat Pennsylvania ergeben, dass auch Korallen-Kolonien im nördlichen Golf von Mexiko geschädigt sind. Expeditionen mit einem Tauchroboter belegten, dass Korallen auch in tiefen Gewässern teils starke Stress-Symptome zeigten.

Sie seien zum Teil von einer flockigen Schicht aus ölhaltigem Material überzogen. Die Untersuchung von Proben habe ergeben, dass das darin enthaltene Öl mit hoher Wahrscheinlichkeit aus der "Deepwater Horizon"-Bohrung stamme, wie ein Team um Helen White in den "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften berichtete.

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