Di, 16. Jänner 2018

Auf Wachstumskurs

02.04.2012 10:09

Musikmarkt: Online-Geschäft als Fels in der Brandung

Sony-Music-Chef Edgar Berger sieht die Krise des Musikmarktes überwunden, der internationale Verband der Musikwirtschaft IFPI erkennt Anzeichen von "echtem Optimismus" - und dennoch ist der heimische Musikmarkt auch im vergangenen Jahr wieder einmal geschrumpft. Wie IFPI Austria mitteilt, konnten 2011 insgesamt 174 Millionen Euro umgesetzt werden, was einem Minus von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gleichzeitig ist aber wie im Jahr zuvor der Absatz mit plus 3,5 Prozent leicht gestiegen. Als Fels in der Brandung zeigt sich zunehmend das Online-Geschäft.

Dieses befindet sich beinahe schon traditionell weiter auf Wachstumskurs: 2011 erreichte der Umsatz am Handy- und Internetmarkt bereits 24 Millionen Euro, eine Steigerung um 14 Prozent. Die Verteilung auf einzelne Songs und ganze Alben ist dabei mit neun respektive zehn Millionen Euro annähernd gleich. Dass sich Musik auf Smartphones zunehmender Beliebtheit erfreut, belegen 1,5 Millionen Euro Umsatz in diesem Bereich - ebenso viel wie 2011 für Handyklingeltöne ausgegeben wurde. Noch etwas dahinter rangiert derzeit das vielerorts als Rettung des dahinsiechenden Marktes gepriesene Streaminggeschäft: Spotify, Deezer und Co lukrierten in Österreich im vergangenen Jahr rund eine Million Euro (plus 32 Prozent).

Cashcow Nummer eins ist und bleibt aber die CD: Insgesamt 124 Millionen Euro entfielen auf physische Tonträger, die Compact Disc war mit 113 Millionen Euro Umsatz (2010: 125 Mio. Euro) der Platzhirsch, während Musik-DVDs mit zehn Millionen Euro einen markanten Rückgang von knapp vier Millionen Euro erleiden mussten. Die unter Liebhabern geschätzte Schallplatte bestätigt zwar ihren Aufwärtstrend (plus zehn Prozent), bleibt mit rund einer Million Euro aber Nischenprodukt.

Gabalier schlägt Adele
Bemerkenswert immerhin die Erfolge heimischer Musiker angesichts der Jahrescharts: "Volksrock'n'roller" Andreas Gabalier belegte die Plätze eins, drei und fünf bei den Albumcharts, Hubert von Goisern schaffte mit "Brenna tuats guat" nicht nur seinen ersten Nummer-Eins-Hit, sondern mit dem dazugehörigen Album "EntwederUndOder" Platz vier der Albumhitparade für 2011. International gesehen konnte sich die allgegenwärtige Adele mit "21" durchsetzen, sie schaffte Platz zwei.

Forderung nach neuem Urheberrecht
Für Hannes Eder, Präsident von IFPI Austria und "Universal"-Chef, belegt das Wachstum im Onlinebereich, "dass die Richtung stimmt". Vizepräsident Philip Ginthör wiederum betonte die Notwendigkeit, dass "das Urheberrecht genau da ankommen muss, wo die Musikbranche schon ist: im digitalen Zeitalter". Schließlich sei "geistiges Eigentum auch im Internet nicht umsonst". Bis es so weit ist, ist wohl nicht von einer Stabilisierung des heimischen Musikmarktes auszugehen - trotz zunehmend neuer Geschäftsmodelle, die den Gratischarakter der Musikverwertung im Internet immer erfolgreicher unterlaufen und aushöhlen.

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