Fr, 25. Mai 2018

Vertrag aufgelöst

30.03.2012 12:37

Andreas Schwab ab sofort nicht mehr Chef der NADA

Die teilweise Veröffentlichung der vom ehemaligen Langläufer Christian Hoffmann durchgeführten Tonaufnahme der Sitzung und der Entscheidungsfindung in seinem Fall (siehe Infobox) hat weitreichende personelle Konsequenzen. Das Dienstverhältnis von Andreas Schwab als Geschäftsführer der NADA wurde aufgelöst - einvernehmlich, wie es heißt. Gleichzeitig wurden die Mitglieder der Rechtskommission und deren Ersatzmitglieder ihrer Ämter enthoben. "Um weiteren medialen Schaden zu vermeiden", wie Schwab am Freitag wissen ließ.

Sportminister Norbert Darabos meinte in einer Aussendung: "Einen personellen Neustart bei der NADA halte ich im Interesse des Kampfes gegen Doping für den richtigen Schritt. Damit kann in der Öffentlichkeit wieder das notwendige Vertrauen zur NADA aufgebaut werden." Unabhängig von der Frage, ob die Tonbandaufzeichnung rechtmäßig zustande gekommen sei, habe die Diskussion über die Causa Hoffmann der Glaubwürdigkeit der NADA geschadet. "Die vielen Verdienste der NADA sind dadurch in den Hintergrund gerückt", meinte Darabos weiter.

Der 59-jährige Steirer Schwab war im Frühling 2008 zum Geschäftsführer der damals neu gegründeten NADA bestellt worden, die am 1. Juli 2008 ihre Tätigkeit aufnahm. Sein Vertrag wäre bis 2013 gelaufen, zuletzt hatte er gegenüber Medien noch betont, diesen auch erfüllen zu wollen.

Geheim gemachte Mitschnitte der Sitzung im Dopingverfahren von Hoffmann, die von der "Krone" veröffentlicht worden waren, setzten Schwab in den vergangenen Tagen allerdings unter Druck.

Darabos ordnete Aufklärung an
Sportminister Darabos hatte eine umfassende Überprüfung und Aufklärung angeordnet und mit der Klärung des Sachverhaltes den Vorsitzenden des Kuratoriums der NADA beauftragt. Konkret geklärt werden sollte u. a., ob es sich bei der veröffentlichten Transkription um eine authentische Wiedergabe der Sitzung handelt. Weiters sollte überprüft werden, ob eine Teilnahme des NADA-Geschäftsführers an einer Sitzung der Rechtskommission laut Geschäftsordnung zulässig ist und ob er den weisungsfreien Mitgliedern der Kommission "Handlungsempfehlungen" erteilen darf.

Schwab hatte erklärt, er sei nur kurz im Sitzungszimmer gewesen, weil er ein Mitglied in einer anderen Sache gebraucht habe. Hoffmann war vergangenen Dezember wegen mehrerer Dopingvergehen für sechs Jahren gesperrt worden.

"Rasche Nachfolgeregelung im Sinne des Sports"
Die NADA ist eine GmbH in öffentlichem Eigentum, neben dem Bund halten auch die Länder, das Olympische Komitee und die Bundes-Sportorganisation Anteile. In den nächsten Wochen soll der genaue Übergangsmodus durch die NADA-Generalversammlung, im Zuge derer dann auch die Vertragsauflösung mit Schwab offiziell bestätigt wird, geregelt werden, teilte Darabos mit. "Ich hoffe, dass wir im Sinne des Sports rasch eine Nachfolgeregelung treffen können. Sie wird aber auf jeden Fall noch weit vor Olympia geregelt."

Keine Auswirkungen haben die personellen Änderungen auf den Anti-Doping-Kontrollplan, die Test gehen wie geplant weiter, hieß es aus der NADA. In weniger als vier Monaten beginnen die Olympischen Spiele in London, in den Wochen vor Großereignissen sind die Dopingjäger traditionell im Großeinsatz.

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