Fr, 23. Februar 2018

Barfuß wohlfühlen

30.03.2012 14:23

Dielen für Terrasse und Balkon sind gefragter denn je

Holz ist "in"! In Sachen Wohnen steht das lebendige Material aus der Natur seit Jahren ganz oben in der Beliebtheitsskala. Nicht nur was den Innenbereich betrifft, auch Terrassen oder Balkone mit geeigneten Holzdielen sind gefragt wie nie.

Ursachen für den Trend zum Holz im Außenbereich gibt es viele. Die zwei wichtigsten: die moderne Wohn-Architektur, die mittels großzügiger und teilweise sogar rahmenloser Glasflächen auf eine perfekt-harmonische Verschmelzung des Innen- und Außenbereiches abzielt. Und – in vielen Kundenbefragungen überhaupt das Argument Nummer 1 für den Einsatz von Holz bei Terrassen und Co: einfach der Genuss des Barfußgehens über das als berührungsmäßig besonders angenehm empfundene Holz.

Lange Freude an Holzterrassen
Das Trügerische an Holzterrassen liegt darin, dass zunächst einmal jede neu errichtete und verlegte Holzterrasse mit viel Charme und gefälliger Optik punktet. Erst im Lauf der Jahre stellen sich dann, dafür aber umso deutlicher, die Unterschiede in Material, Planung und Konstruktion heraus.

Und nicht immer ist das Ergebnis dazu angetan, um sich auch weiterhin ungetrübt an der Holzterrasse zu erfreuen: Lästige (und besonders für Kinder und Haustiere auch gar nicht so ungefährliche!) Holzsplitter verleiden das Barfußgehen, das graue Holz entfaltet auch nicht wirklich edlen Patina-Schimmer, sondern wirkt einfach ungepflegt, und Holzdielen wirken "verdreht", sodass der Gesamteindruck darunter leidet. Befindet sich in der Nähe zum Holz Wasser (z.B. ein Schwimmbad), kann sich ein störender Biofilm aus Moos und Algen bilden, der den Gang auf den Holzbrettern zu einer echten Rutschpartie macht.

"Holzterrassen – und darüber sollte sich jeder im Klaren sein – bedürfen einer regelmäßigen Pflege", unterstreicht auch Naturholz-Profi Günther Rohrer-Gutlederer, Geschäftsführer von parkettachse.at. Aus Erfahrung weiß Rohrer-Gutlederer, dass die große Mehrzahl der Kunden die satten, warmen Brauntönungen der Holzterrassen schätzt. "Auch wenn einige das nicht hören wollen: Holzterrassen sind immer Wartungsterrassen. In den meisten Fällen ist es mit nur einer jährlichen Einölung nicht getan. Das ist aus meiner jahrelangen Praxiserfahrung heraus ein Irrtum. Soll der gewünschte Grundton erhalten bleiben, so sollte jedenfalls im Frühjahr, vor dem Winter und – je nach Witterung – dazwischen sogar noch einmal eingeölt werden. Eine Ausnahme stellen Loggias dar, hier kann Einmalölen durchaus ausreichend sein", so Rohrer-Gutlederer.

Mehr als nur ein positiver Nebeneffekt der regelmäßigen Pflege: Auch die Schieferbildung bei vielen europäischen Hölzern wird dadurch stark gemindert.

Eine gute Konstruktion
Der häufigste Irrtum, dem die meisten bei der Planung und Materialauswahl unterliegen, bezieht sich auf die Bedeutung einer guten Unterkonstruktion bei Holzterrassen. Denn, frei nach dem Motto: "Was man nicht sieht, kann ruhig auch ein wenig billiger sein", konzentriert sich Augenmerk – und Geldeinsatz – häufig nur auf die Deckdielen. "Das Holz, das für den Aufbau gewählt wird, sollte gleichwertig sein mit dem Holz für die Deckdielen. Andernfalls gibt es unterschiedlich lange Haltbarkeiten. Ein fataler Fehler, da die Unterkonstruktion wesentlich mehr Belastungen standhalten muss, vor allem auch der Feuchtigkeit, als die Deckdielen, die rascher an der Luft trocknen", erklärt Rohrer-Gutlederer.

Experten-Tipps für die Konstruktion:

  • Unterbau: Wenn er aus Holz besteht, sollte er die Dauerhaftigkeitsklasse 1 aufweisen – oder man wählt ein Alu-Unterbausystem.
  • Entkoppelung: Jede Holzdiele, die eingebaut wird, muss von den anderen Bauteilen entkoppelt sein, also nicht direkt auf dem Boden aufliegen, sondern angehoben werden. Wichtig: Kein Holz darf auf dem anderen liegen.

Welches Holz?
Ihren ursprünglichen Siegeszug haben die Holzterrassen aufgrund der Verwendung von tropischen Edelhölzern angetreten, die als besonders hart und daher auch langlebig gelten. Aufgrund von Umweltschutzargumenten greifen heute mehr und mehr Konsumenten auch zu heimischen Hölzern, die allerdings meist mehr zu Splitterbildung neigen. Wichtig bei Edelhölzern: Zertifiziertes Holz einsetzen. Rohrer-Gutlederer: "Hier muss man jedoch unterscheiden. Für den südamerikanischen Raum, z.B. Brasilien, gibt es das staatliche Ibama-Zertifkat, das für nachhaltige Forstwirtschaft stehen soll. Verschiedene Umweltorganisationen stehen aber diesem kritisch gegenüber. Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt auf das sogenannte FSC-Zertifikat."

Bezüglich weiterer Auswahl-Kriterien für das Terrassenholz und Verarbeitung empfiehlt Rohrer-Gutlederer:

  • Formstabilität: Hölzer, die nicht splitteranfällig sind und die weniger stark arbeiten, gelten als formstabil.
  • Dauerhaftigkeit: Zu bevorzugen sind Hölzer der Dauerhaftigkeitsklasse 1 (z.B. sogennante Diamantnuss oder aber auch die Thermoesche).
  • Glatt oder geriffelt: Geriffeltes Terrassenholz wurde noch vor einigen Jahren stark wegen angeblich erhöhter Rutschfestigkeit (im Vergleich zu glatten Holzdielen) empfohlen. "In den letzten vier bis fünf Jahren hat sich das stark geändert. Zurzeit nehmen wir gemeinsam mit weiteren 29 Unternehmen an einem Langzeitforschungsprojekt der Holzforschung Austria in Tulln teil. Im Rahmen dieses Projektes wurden vor zwei Jahren Terrassenfelder aufgebaut, die auf technische, haptische und subjektive Kunden-Wohlfühlempfindungen untersucht werden. Als ein Ergebnis zeigt sich, dass glatte und geriffelte Hölzer gleich rutschfest sind. In den Rillen steht dazu das Wasser länger als bei glattem Holz. Zusätzlich zeichnet sich eine gute Holzterrasse dadurch aus, dass sie auch in späteren Jahren gut bearbeitbar ist, zum Beispiel abgeschliffen werden kann. Das ist bei geriffelten Dielen nicht so einfach möglich."
  • Selbstbau: Gute Fachberatung vorausgesetzt, ist die Errichtung von Holzterrassen für geübtere Heimwerker kein Problem. Begünstigt wird dies dadurch, dass im Holzterrassenbau der Trend weg von sichtbaren Verschraubungen hin zu einfachen Stecksystemen geht. Rohrer-Gutlederer: "Das Einsparungspotential bei Marke Eigenbau ist beachtlich. Durchschnittlich muss man mit ca. 55 Euro pro Quadratmeter allein für die Verlegung, also ohne Materialkosten, rechnen."
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