So, 22. Oktober 2017

Streit um Format

29.03.2012 15:01

Nokia will Apples neue Nano-SIM blockieren

Kurz vor der Entscheidung über die nächste Generation der SIM-Karten eskaliert der Konflikt zwischen den Rivalen Nokia und Apple. Der finnische Handyhersteller drohte nun offen, den Vorschlag von Apple für eine noch kleinere Nano-SIM zu blockieren, falls er zum Standard erklärt werden sollte.

Nokia werde für das Apple-Format seine eigenen SIM-Patente nicht lizenzieren, kündigte Technologiechef Henry Tirri an. Da Nokia nach eigenen Angaben mehr als 50 relevante Patentfamilien für die SIM-Technik hält, könnte die Branche damit große Probleme bei der Umsetzung des Apple-Vorschlags bekommen.

Auf SIM-Karten (Subscriber Identity Module) werden vor allem die Zugangsinformationen des Mobilfunk-Anbieters gespeichert. In Smartphones kommt schon heute oft eine kleinere Micro-SIM zum Einsatz. Die Nano-SIM soll nun noch kleiner werden, damit die Smartphone-Hersteller ihre kommenden Geräte noch kompakter bauen können bzw. mehr Platz für andere Komponenten haben.

Frage des Formats
Die meisten Mobilfunk-Anbieter unterstützen nach bisherigen Medienberichten Apples Entwurf. Nokia ist mit einem eigenen Vorschlag im Rennen, gemeinsam mit Motorola und dem Blackberry-Anbieter RIM. Nur ihr Format erfülle alle vereinbarten Anforderungen, betonte Nokia. Mit ihm könnten die Hersteller mehr Platz sparen, günstigere Geräte bauen und hätten durch die Konstruktion des Kartenlesegeräts mehr Freiraum beim Design der Technik. Außerdem sei der Entwurf bequemer für die Verbraucher.

Apple-SIM zu alten Geräten kompatibel
Die von Apple vorgeschlagene Nano-SIM sei genauso lang wie heutige Micro-SIM-Karten breit sind - das berge die Gefahr, dass Nutzer sie aus Versehen ins falsche Gerät einsetzen könnten und sie sich im Kartenleser verkantet, argumentiert Nokia. Apple will laut Zeichnungen, die der US-Blog "The Verge" veröffentlichte, die Technik der heutigen SIM-Karten weitgehend beibehalten und sie einfach von der bisher üblichen Plastik-Umrandung befreien. Das hätte den Vorteil, dass die neuen SIM-Karten mit einem Adapter auch in älteren Handys verwendet werden könnten.

Nokia setzt auf neues Format
Die Nokia-Koalition setzt hingegen auf ein ganz neues Format, das nicht mit bisheriger Technologie kompatibel wäre. Apple versprach zuletzt, die Technologien für sein Format kostenlos zu lizenzieren, wie der Patentexperte Florian Müller berichtete.

Mittels Trick Gremiummehrheit verschafft
Die Finnen werfen dem iPhone-Hersteller vor, den Standardisierungsprozess beim zuständigen europäischen Gremium ETSI (European Telecommunications Standards Institute) zu missbrauchen, um sein Format durchzusetzen. Der "Financial Times" zufolge meldete Apple alle europäischen Tochtergesellschaften einzeln an. Dadurch habe Apple jetzt 183 Stimmen in dem Gremium - mehr als jede anderer Teilnehmer und etwa doppelt so viele wie Nokia.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).