Fr, 24. November 2017

Schutz der Pferde

29.03.2012 09:34

Novelliertes Fiakergesetz tritt am 1. April in Kraft

Mehr Schatten für Wiens Fiaker: Der Standplatz beim Burgtheater ist in die Allee am Wiener Ring verlegt worden. Konkret befindet er sich nun auf der Volksgarten-Seite, schräg gegenüber des Parlaments. Der Grund für den Standortwechsel: Die Bäume spenden an heißen Tagen Schatten. "Die Tiere haben es dann im Sommer angenehm", erklärte Tierschutzstadträtin Ulli Sima. Am 1. April tritt zudem das novellierte Fiakergesetz in Kraft, das die Pferde vor Überarbeitung schützen soll.

Die Verlegung des Standplatzes beim Burgtheater, konkret am Josef-Meinrad-Platz, zum Ring sei "eine schwierige Sache gewesen", berichtete Sima. Es habe langwierige Verhandlungen unter anderem mit den Wiener Linien gegeben. Falls es zu keiner Einigung gekommen wäre, war als Alternative angedacht, am Standplatz Burgtheater ein Sonnendach zu errichten.

Mit dem neuen Platz unter den Alleebäumen sind nun zumindest alle Kutschen-Standorte der Stadt vor der Sonne geschützt. Einzig der Standplatz am Heldenplatz, der von der Burghauptmannschaft verwaltet wird, ist nicht beschattet - aus Denkmalschutzgründen, bedauerte Sima. Aus diesem Grund will sie mit dem Burghauptmann über die Verlegung reden: "Wir werden Gespräche aufnehmen, um den letzten Problemplatz zu beseitigen." Möglich wäre etwa eine Verlegung in die Allee bei der Präsidentschaftskanzlei.

Platzkarten sollen tägliche Ausfahrten verhindern
Für Wiens Fiaker gibt es ab 1. April eine weitere Neuerung: Es tritt das novellierte Fiakergesetz in Kraft, durch das der Schutz der Tiere verbessert werden soll. Dabei wird unter anderem festgelegt, dass die Wartezonen in der Innenstadt nur mehr zwischen 10.00 und 22.00 Uhr angefahren werden dürfen. Zudem gibt es Platzkarten für gerade und ungerade Tage. Den Kutschen ist es dann nicht mehr erlaubt, täglich auszufahren.

Das Fahrtenbuch wird Pflicht
Außerdem wird verstärkt darauf geachtet, dass die Tiere regelmäßig gefüttert werden und anschließend eine mindestens einstündige Ruhezeit eingehalten wird. Um dies zu dokumentieren, müssen die Gespanne künftig mit einem Fahrtenbuch unterwegs sein. In diesem sind etwa Ruhe-, Fütterungs- und Arbeitszeiten einzutragen. Auch die jährlich durchgeführte Konzessionsüberprüfung wird schärfer. Anders als bisher müssen künftig alle Pferde, das gesamte Kutscheninventar und sämtliches Geschirr vorgeführt werden.

87 Anzeigen gegen Fiaker im Jahr 2011
In der Bundeshauptstadt gibt es derzeit 40 Fiakerunternehmen mit 180 Kutschen. Die Standplätze befinden sich am Stephansplatz, in der Jungferngasse bei der Albertina, am Heldenplatz und nun in der Allee am Ring beim Volksgarten. Die Fiaker werden von Polizei und Behörden regelmäßig überprüft. Im Vorjahr wurden bei 20 Standortüberprüfungen 155 Gespanne kontrolliert. Dabei gab es 87 Anzeigen.

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