Fr, 25. Mai 2018

Fall Hoffmann

27.03.2012 16:54

ÖSV-Chef fordert: "Kein Urteil dieser NADA-Richter mehr"

Nächster Paukenschlag im Fall Hoffmann: Gernot Schaar, der Vorsitzende der NADA-Rechtskommission, forderte den ÖSV in einem 24-Stunden-Ultimatum auf, von der Verschwiegenheitspflicht entbunden zu werden! ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel ist entsetzt: "Diese Richter dürfen nie wieder ein Urteil in einer Doping-Verhandlung fällen! Wir lehnen sie als befangen ab." Die Anti-Doping-Agentur will sich nach den "Krone"-Berichten über ihre peinliche Verhandlungsweise gegen den Skilangläufer Christian Hoffmann wehren - aber mit welchen Mitteln?

"Das ist ein glatter Rechtsbruch", reagiert ÖSV-Anwalt Herbert Hübel auf das Ultimatum. Und schreibt an Schaar: "Dass die Rechtskommission überhaupt so ein Ansinnen - noch dazu unter Einräumung einer 24-Stunden-Frist zur Aufhebung einer gesetzlich normierten Verschwiegenheitspflicht - äußert, wirft ein bedauerliches Licht auf die vermutlich bestehende Bereitschaft zur Missachtung rechtsstaatlicher Grundsätze."

Und Richtung NADA-Geschäftsführer Andreas Schwab, der ja durch sein Hineinplatzen in die Verhandlung der "unabhängigen" Rechtskommission ohnehin schon im Kreuzfeuer der Kritik steht, formuliert Hübel: "Der ÖSV geht davon aus, dass Sie von dieser rechtswidrigen Vorgangsweise keine Kenntnis haben, andernfalls wohl ein sofortiger Rücktritt Ihrerseits geboten erschiene."

Für das Ende seiner Karriere als Anti-Doping-Chef könnte aber ohnehin die von Sportminister Norbert Darabos eingesetzte Untersuchungskommission, die am Montag erstmals tagte, sorgen: "Ich erwarte mir ein Ergebnis bis zum 31. März."

Für Schröcksnadel steht fest: "Wir lehnen diese Doping-Richter als befangen ab, es darf nie mehr ein Urteil von ihnen geben! Wir haben jedes Vertrauen in die NADA und die Rechtskommission verloren, sie haben vorgefasste Meinungen. Hoffmann hat das Recht auf ein faires Verfahren - egal, wie es dann ausgeht."

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