Mi, 23. Mai 2018

500.000 Euro Schaden

26.03.2012 11:49

Polizei fasst 138-fachen Autodieb aus Tschechien

Wiener Kriminalisten ist ein bedeutender Schlag gegen die internationale Autoschieberszene gelungen. Den Beamten ging ein Tscheche ins Netz, der mindestens 138 Autos gestohlen haben soll. Der seit Jahren in den Bezirken Ottakring und Hernals "tätige" Mann wurde nach längerer Observierung auf frischer Tat ertappt. Einbruchswerkzeug und sonstige Diebstahls-Behelfe, die beim mutmaßlichen Täter sichergestellt wurden, hatte er im Internet erstanden.

Der von Brünn aus operierende Autodieb richtete bei seinen Diebestouren einen Schaden von fast 500.000 Euro an, berichtete Innenministerin Johanna Mikl-Leitner am Montag. An ihrer Seite standen mit Oberst Georg Rabensteiner (Bild links) und Chefinspektor Friedrich Bahmer (Bild rechts) jene Ermittler, denen es gelang, den Tschechen dingfest zu machen. Der Verdächtige hatte sich auf seinen nächtlichen Beutezügen vorwiegend auf die Marken VW Golf und Skoda - vorzugsweise dunkel lackiert - spezialisiert.

Autodieb war stets mit Fahrrad unterwegs
"Bereits im November 2010 hatten wir fast schon Erfolg, doch da ist uns der Täter davongeradelt", erinnerte sich Oberst Rabensteiner. In der Hasnerstraße nützte der Autodieb, der stets mit dem Fahrrad unterwegs war, eine Reihe von Pollern, die den Polizeistreifen die Weiterfahrt unmöglich machten. Dass er gerade noch entkam, jagte dem verdächtigen Tschechen offenbar Angst ein, denn die Diebstahlsserie wurde erst im August 2011 fortgesetzt.

"Dauert nicht länger als eine Minute"
Der Modus Operandi war dabei immer derselbe. Der Autodieb mietete sich ein Hotelzimmer, kundschaftete tagsüber abgestellte Pkw aus und rückte ihnen dann ab 2 Uhr früh mit professionellem Werkzeug zu Leibe. Rabensteiner präsentierte dabei sichergestellte Gegenstände, wie etwa einen "Kraftschlüssel", einen dicken Metallrohling, mit dem man ein Autoschloss problemlos aufdrehen kann.

Auch ein On-Board-Diagnose-Tool, das Wegfahrsperren deaktiviert, hatte der mutmaßliche Autodieb in seinem Repertoire. "Dauert nicht länger als eine Minute", so der Ermittler. Detail am Rande: All diese Utensilien seien um wenig Geld im Internet erhältlich.

Tscheche könnte mehr als 138 Autos gestohlen haben
Im Jänner 2012 gab es dann einen entscheidenden Ermittlungserfolg: An der slowenisch-kroatischen Grenze flog ein Pkw mit tschechischen Kennzeichen und gefälschten Papieren auf - am Steuer ein weiteres Mitglied der Autoschieber-Bande -, woraufhin die Ermittler mit den ausländischen Behörden in Kontakt traten.

Es stellte sich heraus, dass der Gesuchte von Brünn aus operierte und zudem auf dem Weg nach Wien sei. Nach seiner Ankunft wurde der Tscheche von den Ermittlern observiert und schließlich bei einem versuchten Autodiebstahl in der Rosensteingasse im Wiener Bezirk Hernals festgenommen.

In seinem Hotelzimmer stellten die Beamten Plaketten von Fahrgestellnummern, Zulassungspapiere, Autobahnvignetten, Kennzeichen und Einbruchswerkzeug aller Art sicher. Die Kriminalisten gehen von der Möglichkeit aus, dass der Mann sogar deutlich mehr als 138 Pkw gestohlen haben könnte. Nach weiteren Mitgliedern der Autoschieber-Bande wird noch gesucht.

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