Sa, 18. November 2017

Prügelattacke in OÖ

24.03.2012 11:20

Verdächtiger zur „Krone“: „Wollte ihn doch nicht töten!“

"Ja, ich hab' ihn geschlagen, aber ich wollte doch nicht, dass er stirbt!" Langsam realisiert jener 19-Jährige, der Anfang März einen 17-jährigen Oberösterreicher niederschlug, was er angerichtet hat. Denn der junge Mühlviertler starb vor wenigen Tagen aufgrund seiner schweren Kopfverletzungen im Spital (siehe Infobox). Der Staatsanwalt fordert die Verhaftung des Verdächtigen.

"Gegen den Enthaftungsbescheid gibt es eine Beschwerde", erklärt Dietmar Gutmayer von der Staatsanwaltschaft Linz, die gegen den 19-Jährigen wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt. Der junge Oberösterreicher war nach der verhängnisvollen Attacke im Bezirk Perg für einen Tag in Haft gewesen.

Seine Zusicherung, eine Aggressionstherapie zu machen, keinen Alkohol mehr zu trinken, erreichbar zu sein und einen Arbeitsplatz nachzuweisen, reichten der Haftrichterin, ihn freizulassen. Die Wiederholungsgefahr sah sie nicht gegeben, obwohl in der Vergangenheit Anzeigen wegen Körperverletzung gegen den 19-Jährigen vorlagen. "Aber es gab nie eine Verurteilung, somit ist der Beschuldigte unbescholten", so Staatsanwalt Gutmayer.

"Wenn ich trinke, werde ich leicht aggressiv"
"Nur wenn ich etwas trinke, werde ich leicht aggressiv, vor allem, bei schärferen Sachen", sagt der 19-jährige Oberösterreicher nun im Gespräch mit der "OÖ-Krone". Bei der Auseinandersetzung sei er leicht alkoholisiert gewesen, sei provoziert worden. Dann habe es ihn "zerrissen". Zwei Schläge trafen den 17-jährigen Lehrling - einer an der Halsschlagader, der ihn ohnmächtig werden ließ. Beim Aufprall erlitt er Kopfverletzungen, die zu einer tödlichen Hirnschwellung führten.

Der Verdächtige, der wie das Opfer aus dem Mühlviertel stammt, wurde zwei Tage später von der Polizei in der Kaserne abgeholt - das Bundesheer entließ ihn. "Ich hab' immer gebetet, dass er wieder aufwacht", so der 19-Jährige. Er will sich entschuldigen, traut sich aber nicht, die Familie des Opfers anzurufen: "Ich hab' ihnen den Buben genommen. Aber ich wollte ihn nicht töten."

Maurer in derselben Firma
Bei einer Fertigteilhausfirma, wo die beiden Burschen als Maurer arbeiteten, sich aber nicht kannten, ist der 19-jährige Mühlviertler derzeit wieder beschäftigt. "Wie es weitergeht, wissen wir noch nicht. Die Poliere sagen über beide nur das Beste", erzählt Josef Haider, der technische Leiter der Firma.

Er werde seine Strafe - sechs Monate bis zehn Jahre Haft - akzeptieren, sagt der junge Verdächtige zur "Krone". Bis dahin fürchte er aber Racheaktionen. Es habe schon Drohungen gegen einen Schuldlosen gegeben, der ihm ähnlichsehe.

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