Di, 22. Mai 2018

US-Justiz ermittelt

23.03.2012 14:04

Betrugsvorwurf bei Telefondienst für Gehörlose

Das US-Justizministerium hat eine Klage gegen den Telefonriesen AT&T wegen Betrugs bei einem Telefondienst für Gehörlose eingeleitet. Das Unternehmen habe den Missbrauch des Dienstes IP Relay durch Kriminelle ermöglicht und dabei auch noch staatliche Förderungen eingestrichen, teilte das Ministerium am Donnerstag mit.

Gehörlose und Schwerhörige können in den USA kostenlos per Computer eine Verbindung zu einem Helfer aufbauen, der Telefonate für sie führt und ihnen quasi als Stimme dient. Für die Nutzer ist IP Relay kostenlos, der Staat erstattet den Telefongesellschaften dafür allerdings 1,30 Dollar (knapp einen Euro) je Minute.

Dem Justizministerium zufolge nutzten diesen Dienst massenhaft Kriminelle hauptsächlich aus Nigeria. Sie tätigten über die vermittelten Anrufe demnach unter anderem Einkäufe mit gestohlenen Kreditkartendaten. Aufgeflogen ist dies laut Ministerium durch eine Anzeige eines ehemaligen Mitarbeiters in einem IP-Relay-Callcenter.

Die Behörden werfen AT&T vor, wissentlich ein System betrieben zu haben, das nicht überprüfte, ob der Dienst aus den USA oder von anderswo genutzt wurde. "AT&T betrieb das System auch noch in dem Wissen, dass es die Nutzung von IP Relay durch betrügerische Anrufer aus dem Ausland besonders einfach machte", erklärte das Ministerium.

Der Konzern habe so gehandelt, da er gewusst habe, dass 95 Prozent der Anrufe - und damit der Einnahmen - durch betrügerische Nutzer zustande kamen. AT&T wies die Vorwürfe zurück. Betrüger könnten den Gehörlosen-Dienst genauso ausnutzen wie die Post oder E-Mails.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden