Do, 23. November 2017

In-App-Käufe & Co.

21.03.2012 14:47

Kostenfalle: AK rät zu Vorsicht bei Gratis-Apps

Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Wien raten zu Vorsicht bei Gratis-Apps: Werbebanner oder sogenannte In-App-Käufe - vor allem für Kinder verlockend bei Spielen - können teuer werden. Auch der Schutz persönlicher Daten kommt meist zu kurz: Apps greifen oft ohne berechtigten Grund auf Standortdaten oder Adressbücher zu und übertragen sie an die App-Entwickler, so die AK. Überdies gebe es kein einheitliches Storno beim App-Kauf, wie ein Test ergeben habe.

"Gerade Kindern ist in der Spiellaune oft nicht bewusst, dass sie auf einen kostenpflichtigen In-App-Kauf klicken, etwa für zusätzliche Spieleguthaben, um im Spiel schneller voranzukommen", kritisiert AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer. So starte beispielsweise bei der kostenlosen Spiele-App "Smurfs Village" mit einem Klick auf das Hammer-Symbol ein In-App-Kauf, mit dem zusätzliche Spielepunkte gekauft würden. Dies könne bis zu 80 Euro ausmachen, so Zimmer. Eltern sollten daher unter Googles Android und Apples iOS entsprechende Sicherheitsfunktionen nutzen und die Sperre von In-App-Käufen aktivieren, um hohe Rechnungen zu vermeiden.

Beschwerden über Abo-Fallen bei Werbebannern steigen
Doch auch Werbebanner können zur Kostenfalle werden, wie der Test zeigt. Gratisnutzer werden über Werbebanner zu Kaufangeboten weitergeleitet. In den Verbraucherberatungen mehren sich laut Arbeiterkammer bereits die Beschwerden über Abo-Fallen hinter Werbebannern. Betroffene berichten, dass nach einem offenbar unachtsamen Klicken auf unseriösen Anbieterseiten auf der Handy-Rechnung Beträge für nicht bewusst in Anspruch genommene Abo-Dienste aufscheinen - abgerechnet über sogenanntes WAP-Billing. Das Anklicken von Werbeeinschaltungen in Apps, so die Empfehlung der AK, sollte daher vermieden werden.

Überdies sollten Nutzer regelmäßig ihr Datenvolumen kontrollieren, würden Apps doch sehr oft auf persönliche Daten zurückgreifen, etwa Adress- oder Standortdaten, um diese anschließend an die App-Entwickler zu übertragen. Viel Datenvolumen könne dabei ganz unbemerkt im Hintergrund verbraucht werden - und das könne kosten, so die AK.

Fehlende Stornomöglichkeiten beim App-Kauf
Die Konsumentenschützer warnen auch davor, dass es keine einheitlichen Stornomöglichkeiten beim Kauf von Apps gibt. Bei Google Play, vormals Android Market, können Apps innerhalb von 15 Minuten storniert werden, sämtliche Kosten werden rückerstattet. Bei Apps im iTunes-Store ist das nicht möglich, kritisiert die AK und macht sich damit für ein einheitliches und kostenloses Stornorecht für App-Käufe stark.

"Es braucht Verbesserungen beim Datenzugriff, Storno und bei Werbe-Abo-Fallen", sagte Zimmer. Außerdem forderte die AK, dass der Datenzugriff auf das für die Diensterbringung nötige Maß reduziert wird. Zusätzlich müssen laut den Konsumentenschützern Informationen und die Einwilligung zu Zugriffsberechtigungen verbessert werden.

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