Sa, 24. Februar 2018

Rückenprobleme

21.03.2012 11:51

ÖSV-Adler Martin Koch denkt ans Aufhören

Mit Siegen in Oberstdorf, danach in Oslo erstmals auch auf einer Großschanze und zum Saisonfinale in Planica hat Martin Koch ein tolles Saisonfinish hingelegt. Für den mittlerweile 30-Jährigen gibt es aus sportlicher Sicht überhaupt keinen Grund, die Skisprunglatten ins Eck zu stellen. Wäre da nicht sein Rücken. Der Kärntner leidet schon seit rund 18 Monaten an chronischen Rückenproblemen und überlegt deshalb, ob er überhaupt noch weitermachen soll.

"Ich weiß es selbst noch nicht genau. Ich sage einmal, so wie es jetzt war, taugt mir das Skispringen sehr. Ich bin erfolgreich, aber die Gesundheit ist ein bisserl ein Wackelkandidat", meinte Koch am Mittwoch. Allerdings habe er es im abgelaufenen Winter "recht gut hingekriegt". "Wenn ich es im Sommer gescheit angehe, sollte es eigentlich kein Thema sein", macht Koch seinen Fans Hoffnung. Der Schlüssel wird wohl im richtig auf ihn abgestimmten Trainingsplan liegen. "Ich würde sagen, zu 90 Prozent mache ich weiter", sagte Koch.

Probleme durch verdrehte Wirbelsäule
Das Problem ist an sich ein altbekanntes, weil Koch seit seiner Geburt an einer sogenannten Skoliose leidet. "Durch die verdrehte Wirbelsäule hatte ich immer schon Probleme. In den letzten Jahren habe ich durch mein hohes Trainingsalter immer mehr Probleme bekommen, teilweise waren es Ansätze auf einen Bandscheibenvorfall, andererseits ist es Abnützung." Vor allem das Krafttraining mit hohen Gewichten war da wohl sehr schädlich. "Dadurch ist es immer akuter und chronischer geworden. Ich habe das Gewichtstraining leider erst im letzten Jahr reduziert, weil ich vorher gedacht habe, das geht schon, wenn ich Pausen mache."

In der Mitte des vergangenen Sommers hat er das Gewichtstraining dann aber ziemlich zurückgedreht. "Seit Engelberg habe ich gar nichts mehr mit Gewichten trainiert, weil nichts mehr gegangen ist." Schmerzen hat er bei den Weltcup-Bewerben selbst allerdings bis auf Engelberg nie gehabt, dort sei er mit Schmerztabletten gesprungen, auch weil es noch um einen Tournee-Startplatz gegangen war. "Sonst habe ich es geschafft, durch die Therapie die Schmerzen so in den Griff zu kriegen, dass es auf der Schanze auch ohne gegangen ist."

Gesundheit wichtiger als Medaillen
Koch will nun mit diversen Freizeitaktivitäten und dem wohl verdienten Urlaub auch etwas Abstand vom Skispringen bekommen und dann seine Entscheidung treffen. Dass mit dem WM-Jahr 2013 und Olympia 2014 interessante Jahre kommen, ist ihm klar. "Aber eine Medaille bedeutet mir nicht so viel wie meine Gesundheit. Sollte man sagen, wenn ich weitermache, bin ich Invalide, dann werde ich sicher nicht weitermachen."

ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner hofft freilich, dass Koch weitermacht. "Martin ist sportlich wie menschlich ein Baustein in unserem Team, den ich mir nicht wegdenken möchte." Mit den richtigen Regenerationsmaßnahmen sowie dem speziell abgestimmten Training sollte aber ein Weg gefunden werden.

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