Mo, 21. Mai 2018

Anzeigen verdoppelt

19.03.2012 14:13

Wien bekommt "Schulschwänz-Beauftragten"

In Folge der Debatte um Schulpflichtverletzungen bekommt Wien nun einen eigenen "Schulschwänz-Beauftragten". Der "österreichweit einzigartige" Posten soll "Initiativen koordinieren" und dafür sorgen, dass "Maßnahmen gegen Schulpflichtverletzungen in Wien intensiviert" werden, wie ein Sprecher des Wiener Stadtschulrats angab.

Der Vorstoß von Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz, bei groben Schulpflichtverletzungen künftig 1.500 statt 220 Euro Strafe zu kassieren, hatte im Februar für Diskussionen gesorgt. Unterrichtsministerin Claudia Schmied sprach sich daraufhin ebenso wie Bundeskanzler Werner Faymann gegen "existenzgefährdende Strafen" aus, kündigte aber ein "Maßnahmenpaket" in Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner ÖVP an (Infobox).

1.161 Anzeigen binnen neun Monaten
Wien stand dabei besonders im Fokus, hat sich die Zahl der Anzeigen wegen Verletzung der Schulpflicht hier doch in den vergangenen sechs Jahren verdoppelt. Allein von Jänner bis September 2011 sind 1.161 Anzeigen eingegangen, 2005 waren es knapp 500, wie aus einer parlamentarischen Anfragebeantwortung des Unterrichtsministeriums hervorging.

Aus dem Büro der Wiener Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl wurde das mit einer Intensivierung der Kontrolle erklärt. Zu einer tatsächlichen Strafe kommt es verhältnismäßig selten: 1.138 der Anzeigen mündeten im Vorjahr in Strafverfahren, 371 davon endeten mit Strafbescheiden.

Beauftragte für unterschiedlichste Bereiche
Der Wiener "Schulschwänz-Beauftragte" ist jedenfalls in guter Gesellschaft: Die rot-grüne Stadtregierung hat mit Alexander Van der Bellen bereits einen Universitäts- und mit Martin Blum einen Radverkehrsbeauftragten. Auch ein Fußgängerbeauftragter soll noch dazukommen.

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