So, 25. Februar 2018

Deutliche Antwort

15.03.2012 13:07

Bulgarischer Bischof ohrfeigt freche Reporterin

Eine Frage zum Thema Geheimdienst-Mitarbeit von Kirchenleuten zu kommunistischen Zeiten hat am Dienstag einen bulgarischen Bischof rotsehen lassen. Laut Medienberichten schlug der Geistliche (im Bild einige seiner orthodoxen Kollegen) der frechen Fragestellerin des Nationalfernsehsenders BNT mit einer zusammengerollten Zeitung ins Gesicht. Er habe versucht, ihr "den Mund zu schließen", soll Bischof Kalinik gesagt haben.

Kalinik von Wraza galt in den späten 1970er- und 1980er-Jahren als Hauptvertreter der Interessen der kommunistischen Machthaber innerhalb der bulgarisch-orthodoxen Kirche. Er ist einer von elf bulgarischen Bischöfen, die in heuer aufgetauchten Stasi-Akten als Mitarbeiter des kommunistischen Geheimdienstes geführt werden.

Eine Kommission war mit der Sichtung der Akten betraut worden. Im Jänner wurden die Namen der mutmaßlichen Geheimdienstmitarbeiter unter den Bischöfen der bulgarisch-orthodoxen Kirche, zu der sich knapp 80 Prozent der Bevölkerung bekennen, öffentlich - was für große Empörung sorgte. Meinungsumfragen orteten danach eine Krise innerhalb der Kirche.

Kirchenführung schweigt
Trotz mehrerer Spekulationen in den Jahren nach der Wende wurden bisher keine handfesten Belege für eine Zusammenarbeit des mittlerweile 97-jährigen Patriarchen und Kirchenoberhaupts Maxim mit den kommunistischen Machthabern gefunden. Schon seit zwei Monaten aber weigert sich der Heilige Synod - das leitendende Gremium der bulgarisch-orthodoxen Kirche -, eine Stellungnahme zu dem Thema zu verabschieden.

In Kichenkreisen zeigt man sich großteils "verblüfft" darüber, dass das Thema für so großes Aufsehen sorgt und ein Bischof mit lästigen Fragen konfrontiert werde.

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