Mi, 23. Mai 2018

Für mehr Sauberkeit

14.03.2012 14:43

Tschickstummel, Hundehaufen und Sperrmüll in XXL

Im Kampf gegen Hundstrümmerl, illegal abgelagerten Sperrmüll und Zigarettenstummel macht Wien Druck auf die Übeltäter. Umweltstadträtin Ulli Sima präsentierte am Mittwoch die neue Sauberkeitskampagne "Keine Kleinigkeit", in der die Verfehlungen in überdimensionalen Darstellungen thematisiert werden - samt den dazugehörigen Strafen. Besonderes städtisches Augenmerk liegt heuer auf achtlos weggeworfenen Tschickresten.

Ein Mega-Zigarettenstummel, der den Gehsteig versperrt, riesengroße Spermüllablagerungen auf der Straße, welche die geparkten Autos wie Miniaturmodelle wirken lassen, und ein Hund, der düpiert auf seine XXL-Hinterlassenschaft blickt: Das sind die Sujets der neuen Sauberkeitskampagne der für die Müllbeseitigung zuständigen MA 48 (Bilder).

"Manche Dinge sind keine Kleinigkeit"
"Es geht darum, dass wir sagen wollen, dass manche Dinge keine Kleinigkeit sind, auch wenn sie von der Dimension her klein sind", erklärte Sima die Botschaft. Zudem wolle man "drastisch vor Augen führen, dass diese Vergehen keine Kavaliersdelikte sind", so die Ressortchefin. Im Frühjahr würden sich die Menschen vermehrt im Freien aufhalten und müssten daher verstärkt an die Sauberkeitsspielregeln erinnert werden.

Auf den Sujets wird auch auf die drohenden Strafen im Sündenfall aufmerksam gemacht: Übeltäter müssen mindestens 36 Euro für einen achtlos weggeworfenen Zigarettenstummel, ebenso viel für nicht weggeräumte Hundehaufen und 1.000 Euro für zurückgelassenen Sperrmüll berappen. Besonders im Visier hat die Stadt heuer die Raucher, denn diese würden aufgrund der Anti-Raucher-Bestimmungen immer mehr ins Freie verbannt.

"600 Millionen Zigarettenstummel immer noch viel"
Aktuell geht die MA 48 von 600 Millionen weggeworfenen Tschickresten pro Jahr aus. Das sind zwar um mehr als 30 Prozent weniger als noch 2005, aber: "600 Millionen Zigarettenstummel sind immer noch viel, wenn man die einzeln aufheben muss", warf Sima ein. Diese Sünder werden zusätzlich auch mit einem Kinospot auf ihr Vergehen aufmerksam gemacht.

Auch das Entsorgungsangebot, das derzeit 10.800 Papierkorb-Aschenbecher-Kombinationen und 850 Aschenrohre umfasst, soll ausgeweitet werden.

80 Prozent bei Umfrage für Strafen
Das Bewusstsein der "Pofler" hätte sich jedoch - so das Ergebnis einer im Februar erstellten Umfrage der MA 48 - in den vergangenen Jahren verändert. "Nur" mehr 40 Prozent der Befragten würden ihre Zigarettenstummel einfach auf den Boden werfen, im Jahr 2005 waren es noch rund 70 Prozent.

"Erstaunlich" ist für die Stadträtin, dass die Akzeptanz für Strafen hoch ist, wurden diese doch von 80 Prozent aller Befragten befürwortet - unter den Rauchern waren es immerhin 69 Prozent. Die städtische Aufsichtstruppe "WasteWatcher" führte 2011 übrigens in Sachen Zigarettenstummel mehr als 1.500 Amtshandlungen durch. Es gab mehr als 800 Organstrafen und mehr als 400 Anzeigen.

Täglich wandern 47.200 "Gackerl"-Sackerl in den Mist
Zahlen gab es auch zum Sperrmüll: 2011 wurden rund 980 Kühlgeräte, 18.850 Einkaufswagen und 77.000 Kubikmeter sonstiger Sperrmüll illegal entsorgt. Im Vergleich zu 2008 wurde weniger unerlaubt abgestellt - diese Zahlen sollen aber weiter verringert werden.

Als drittes Themenfeld der Kampagne wurde einmal mehr das Hundstrümmerl auserkoren. Laut Sima habe sich die Situation in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Mittlerweile würden täglich 47.200 Sackerl mit "eindeutigem Inhalt" in den Papierkörben landen.

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