Di, 21. November 2017

In Asien verliehen

12.03.2012 09:02

Friedenspreisträger aus Salzburg droht Delogierung

Es ist eine unglaubliche, aber auch tragische Geschichte: Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit erhielt der Informatiker Roland Mösl (53) aus Grödig in Salzburg den sogenannten "Gusi Peace Prize", eine Art Nobelpreis in Asien. Doch die Verleihung scheiterte beinahe an den 5.000 Euro Reisekosten. Nun steht Mösl zu Hause vor der Delogierung, denn er ist einige Monatsmieten im Rückstand.

Mösl (im Bild mit seiner Ehefrau und einem Minister) ist ein Tüftler, aber wohl kein einfacher Mensch. Der frühere Skidata-Programmierer hat unter anderem das erste Haus Österreichs geplant, das mehr Energie erzeugt, als es verbrauchen kann (das Gemini-Haus in Weiz in der Steiermark).

Er hält Vorträge in China, vor Wirtschaftsbossen und der Mercedes-Chefetage und er reist viel in der Welt herum: "Seit 2004 versuche ich unsere Politiker für Themen wie Energieeffizienz oder Alternativ-Energie zu interessieren, leider vergeblich", sagt er. Die Geschichte vom Propheten im eigenen Land.

"Sozialen Unruhen durch hohe Energiekosten ausgelöst"
Ganz anders in Asien: In Manila auf den Philippinen wurde ihm 2011 der "Gusi Peace Prize" für seine alternativen Energie-Modelle verliehen: "Ein Friedenspreis deshalb", so Mösl, "weil ja alle sozialen Unruhen durch die Schieflage im Wirtschaftssystem, auch durch hohe Energiekosten ausgelöst werden."

Überall hat er angeklopft, um einen kleinen Zuschuss zu seinen 5.000-Euro-Reisespesen zu erhalten. Er blitzte überall ab. "Ich hätte ja auch in einer kleinen Pension gewohnt und hätte für mich keinen Aufwand getrieben", sagt er: "Doch es wurde von allen Teilnehmern verlangt, dass sie im gleichen Hotel wohnen. Und einen Anzug, den ich sonst nie brauche, hab' ich ja auch kaufen müssen." Also hat er alles selbst bezahlt und konnte die Miete für seine Wohnung in Grödig-Gartenau nicht mehr aufbringen. Am Valentinstag kam die Kündigung. Kommende Woche soll Roland Mösl delogiert werden.

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