Di, 22. Mai 2018

Netz-Car-Renner

13.03.2012 16:04

Zehn automobile Mega-Trends von morgen

Mobile Geräte wie Smartphones oder Tablet-Computer gelten gemeinhin als die ultimative mobile Entwicklung der Elektronik-Branche. Doch eigentlich gebührt die Krone der Mobilität einem Großvater unter den technischen Geräten: dem Auto. Die großen Hersteller haben in den vergangenen zehn Jahren alle Systeme fast perfekt technisch aufeinander abgestimmt. Jetzt machen sie sich daran, ihre rasenden Computer mit der Außenwelt zu vernetzen.

Die Fahrer und ihre Mitreisenden können sich auf viele neue Möglichkeiten freuen, die in den kommenden zwei Jahren in die Autos Einzug halten. Hier sind zehn bahnbrechende Entwicklungen:

1) Mehr Leistung über Nacht: Die neue, superschnelle Mobilfunk-Technik mit dem Übertragungsstandard LTE werden unsere Autos wie die Handys der Kids „always on“ halten – und es wird möglich sein, riesige Datenmengen in kurzer Zeit drahtlos zu übertragen. Die meisten großen Konzerne planen darum bereits, zum Beispiel Updates der Bordcomputer einfach über Nacht in die Datennetze der verkauften Autos zu senden. Am Morgen hat der Wagen dann womöglich ein paar PS mehr, einen besseren Radioempfang oder verbraucht weniger. Bei Audi und Daimler ist die Technik serienreif.

2) Dienstleister im Sozialen Netzwerk: Die schnellen Mobilfunknetze werden auch einen Herzenswunsch gerade jüngerer Fahrer Wirklichkeit werden lassen: Soziale Netzwerke wie Facebook oder Google+ sollen wie der Internet-Zugang Standard in den besser ausgestatteten Fahrzeugen aller Klassen werden. Ob neuer Fiat, Hyundai oder BMW – die Verbindung zu den virtuellen Freunden in der Außenwelt ist bald ganz normal. Die Internet-Firmen arbeiten auch deswegen so intensiv an der Sprachausgabe und Spracherkennung, weil der Fahrer im Auto natürlich die Hände am Lenkrad lassen soll. Apple und Android haben bereits sehr komplexe Sprachprogramme, die wie geschaffen fürs Auto sind.

3) Der clevere Hecht im Fischschwarm: Wenn fast alle Autos auch im Mobilfunknetz sind, dann können Netzbetreiber oder Internet-Konzerne wie Google sehr genau feststellen, wo ein Auto gerade ist – und wie schnell. So gewinnen diese Firmen ein sekundenaktuelles Bild über den Verkehrsfluss – und das lässt sich auch für neue Stauvermeider in den Navi-Systemen an Bord der Autos nutzen. TMC und TMC-Pro sehen dagegen alt aus. Handy-Besitzer mit Google-Navigation können das System schon jetzt nutzen und sich wie ein Fisch durch den dichten Schwarm schlängeln. Und Firmen wie Audi und Mercedes bauen es bereits in aktuelle Modelle ein.

4) Lebensretter 3.0: Kritische Gesundheitssituationen wie ein Herzinfarkt führen im Straßenverkehr immer wieder zu tödlichen Unfällen. Vor allem bei hohen Geschwindigkeiten rauschen Fahrzeuge nämlich selbst mit radargestützten automatischen Abbremshelfern immer noch mit großer Wucht auf ein Hindernis. Hier arbeiten Hersteller wie Audi bereits mit lasergestützten Systemen, die noch weiter vorausschauen können und auch die mögliche Ausweichspur abscannen. Reagiert der Fahrer nicht auf den möglichen Aufprall, kann das Auto bald schon viel früher warnen, die Vollbremsung einleiten, Gurte straffen, Fenster schließen – und den Rettungswagen rufen.

5) Der Späher mit dem Röntgenblick: Nachtsichtgeräte gibt es in Fahrzeugen der Oberklasse bereits. Sie werden aber bald noch leistungsfähiger, weil die Wärmebild-Aufnahmen immer genauer sind. Moderne Systeme erkennen bereits die Umrisse von Menschen, die nachts 300 Meter vorm Auto und jenseits aller Scheinwerfer-Reichweiten stehen. Der Fahrer wird bald mit einer Warnung versorgt, wenn der Fußgänger noch weit entfernt die Straße überquert. Solche Technik wird auch die untere Mittelklasse erreichen.

6) Das Auto als Babysitter: Gibt's doch schon, oder? Kindersicherung an den hinteren Türen, DVD-Player in den Kopfstützen. In den USA ist die Technik schon viel erwachsener. So hat etwa Ford zusammen mit Microsoft dort schon Millionen Fahrzeuge mit seiner Sync-Technologie ausgestattet. Und die erlaubt es beispielsweise einem Vater, den Autoschlüssel seines Sohnes so zu programmieren, dass der Fahranfänger nur losfahren kann, wenn er angeschnallt ist. Das Radio lässt sich nicht ohrenbetäubend laut stellen, und die Höchstgeschwindigkeit wird begrenzt. In den kommenden Jahren werden diese Fürsorge-Fähigkeiten technisch noch weit ausgebaut – und auch zu uns kommen.

7) Wenn Autos sich verständigen: General Motors experimentiert wie viele deutsche Konkurrenten schon länger mit Autos, die sich gegenseitig erkennen – und Fehlverhalten ihrer Fahrer rechtzeitig korrigieren. Der neue Automotive-W-LAN-Standard wird die Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller dazu untereinander vernetzen. An einer Ampel kann dann etwa das eine Fahrzeug ein kreuzendes vor dem Zusammenstoß warnen, wenn dessen Fahrer eine rote Ampel übersehen hat.

8) Die wundersame Tankstellenvermehrung: Computertechnik und Elektromobilität gehen Hand in Hand. Große Konzerne mit vielen Marken arbeiten darum an Plug-in-Hybriden. Toyota bringt einen entsprechenden Prius noch in diesem Jahr, auch der nächste Ford Mondeo wird ab 2013 an jeder Steckdose zu laden sein. Wo solche öffentlich zu finden sind – außer in der heimischen Garage –, das werden spezielle Miniprogramme den Fahrern dieser Elektromobile per Bordcomputer je nach Streckenführung stets anzeigen können. Gerade Parkhäuser oder Großmärkte richten sich auf solche Nebeneinnahmen als Tankstelle ein.

9) Aussteigen, parken, abschließen... lassen: Apropos parken – das selbsttätige Einparken, längs und quer, gibt es ja bereits in der unteren Mittelklasse; mehr als ein Dutzend Hersteller bieten den Komfort an. Aber in künftigen Fahrzeugen des Volkswagen-Konzerns wird es auch möglich sein, dass der Fahrer etwa in der heimischen Einfahrt aussteigt – und das Auto selbst die Garagentür öffnet, einparkt, die Fenster und Türen schließt und dem Fahrer per SMS aufs Handy die Dienstleistung bestätigt. Das funktioniert im Test des Zulieferers Valeo sogar in engen Parkhäusern, wo das Autos von alleine seinen Stellplatz sucht und einnimmt. Fragt sich nur, ob die Versicherungen beim Geisterfahren mitspielen.

10) Mein Zuhause, mein Büro, meine Cloud: Der Megatrend mit unabsehbaren Möglichkeiten ist schließlich das Cloud-Computing auf Rädern. Durch die schnellen Datenverbindungen können die Insassen eines Autos praktisch ständig auf ihre Daten im Netz zugreifen – und so zum Beispiel Filme schauen, Mails vorlesen lassen, Musik aus dem Netz streamen oder per Skype videotelefonieren. Internet-Radio und Google-Navigation sind die beiden ersten Vorboten dieses Zeitalters, die schon heute in einigen Fahrzeugen zu haben sind.

Das Auto von morgen wird so von der Fahrmaschine zur Erlebniszentrale – und das ist sicher ganz angenehm, wenn auf der Straße gerade mal wieder gar nichts geht. Durch den Superstau darf das Auto ja gern auch allein zuckeln. Das kann es übrigens auch längst. Audi hat mit dem so genannten „Stauassistenten“ die Software dafür schon fertig entwickelt.

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