So, 19. November 2017

„QWERTY-Effekt“

08.03.2012 10:10

Tastatur beeinflusst Wahrnehmung von Wörtern

Die Tastatur eines Computers oder Smartphones bestimmt einer Studie zufolge mit, ob Wörter positiv oder negativ wahrgenommen werden. Wörter und Neuschöpfungen wie "LOL" (Laugh Out Loud), die vor allem aus Buchstaben der rechten Tastaturseite bestehen, würden mit angenehmeren Gefühlen verbunden als die vor allem auf Buchstaben der linken Hälfte basierenden, fanden Kyle Jasmin vom University College London und Daniel Casasanto von der New School for Social Research in New York heraus.

Bei ihrer Studie berücksichtigten die Forscher die im englischsprachigen Raum verbreitete QWERTY-Tastatur. Die darauf basierende deutsche Tastaturbelegung wird als QWERTZ-Tastaturbelegung bezeichnet. Ihren Namen haben die Tastaturen von den ersten sechs Buchstaben auf der oberen linken Tastenreihe.

Die Forscher sprechen bei dem Phänomen vom sogenannten QWERTY-Effekt. "Auf der Suche nach Namen für neue Produkte, Marken oder Firmen ist man möglicherweise gut beraten, wenn man an diese Tastaturbesonderheiten denkt und den 'rechten' Namen wählt", raten die beiden Autoren der Studie, die im Fachblatt "Psychonomic Bulletin & Review" erscheint.

Dadurch, dass es auf der QWERTY-Tastatur mehr Buchstaben auf der linken als auf der rechten Seite gebe, könnten die Buchstaben rechts von der Tastaturmitte leichter zu tippen sein, nennen die Forscher eine mögliche Begründung. Wortlänge und Buchstabenhäufigkeit spielten keine Rolle.

QWERTY-Effekt stellt "Willkür des Zeichens" infrage
Sprachwissenschaftler glauben seit langem, dass es keine Verbindung zwischen Bedeutung und Form eines Wortes gibt. Man nennt dies die "Willkür des Zeichens". Der QWERTY-Effekt geht aber davon aus, dass sich die schriftliche Form eines Wortes durchaus auf die Bedeutung auswirken kann - und stellt damit die traditionelle Sicht infrage.

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