Di, 17. Oktober 2017

Tragödie in OÖ

08.03.2012 09:06

Enttäuschte Liebe als Auslöser für Kindstötung?

War enttäuschte Liebe das Motiv? Sie sah in ihrer Fernbeziehung mit einem Engländer keine Zukunft - deswegen soll eine Mutter (31) im oberösterreichischen Reichenau im Mühlkreis ihren vierjährigen Sohn erstochen haben. Dann versuchte sie - wie berichtet - sich das Leben zu nehmen und schnitt sich die Pulsadern auf. Die Großmutter des Buben (54) - sie ist Krankenschwester - hatte noch vergeblich versucht, ihr Enkerl zu reanimieren.

"Das ist so furchtbar, man kann es gar nicht glauben!" In Reichenau können die Einwohner ihre Bestürzung nicht verbergen. Sie sind fassungslos.

Die 31-jährige Lehrerin war vor fünf Jahren schwanger aus England heimgekommen, hatte zu Hause unter den Fittichen ihrer Eltern ihren Sohn aufgezogen. Für ihr Wunschenkerl hatten Oma und Opa das Obergeschoß umgebaut. Speziell der Großvater vergötterte den Kleinen und zog ihn wie den eigenen Sohn auf, berichtet eine Nachbarin (70): "Er war ganz narrisch auf den Buben."

"Solche Mütter sehen keine Zukunft mehr"
Doch das Familienidyll bekam zusehends Sprünge - denn die Eltern wollten angeblich nicht, dass ihre Tochter zum Freund nach England zieht. Umgekehrt wollte dessen Mutter nicht, dass der Sohn auswandert. Eine Sackgasse, die die Mutter offenbar zur Wahnsinnstat trieb. "In solchen Fällen konzentrieren sich die Mütter völlig auf das Kind. Gleichzeitig empfinden sie ihre Situation zunehmend als ausweglos", weiß Psychologe Barnabas Strutz aus Wilhering. "Solche Mütter sehen keine Zukunft mehr und glauben, sie können dem Kind Leid ersparen, wenn sie es mit in den Tod nehmen."

Bisher keine Einvernahme der Mutter möglich
Laut ersten Obduktionsergebnissen wurde der Vierjährige erstochen. Das endgültige Ergebnis soll in drei Wochen vorliegen. Offenbar war der Bub schlafend im Wohnraum gelegen. Dort soll ihm seine Mutter mehrmals ein Messer in den Oberkörper gerammt haben. Neben einem Abschiedsbrief, über dessen Inhalt die Polizei schweigt, wurden am Tatort Tabletten entdeckt. Das Kind könnte also vor der Bluttat betäubt worden sein. Die 31-Jährige liegt im Spital, ihr Zustand gilt laut Ärzten als stabil. Sie konnte aber noch nicht einvernommen werden.

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