Do, 24. Mai 2018

Dünne Atmosphäre

03.03.2012 13:35

"Cassini" spürt auf Saturnmond Dione O2-Ionen auf

Bei ihrem bislang letzten nahen Vorbeiflug am Saturnmond Dione hat die Raumsonde "Cassini" Sauerstoff-Ionen in der dünnen Atmosphäre des Saturn-Trabanten entdeckt. Diese sind zwar recht spärlich - etwa 90.000 pro Kubikmeter - belegen aber, dass Dione eine extrem dünne neutrale Atmosphäre hat, schreiben Forscher des Los Alamos National Laboratory und des University College in London.

Nachweisen konnten die Wissenschaftler die Sauerstoff-Ionen mithilfe von Partikel-Detektoren an Bord von "Cassini", die ganz gezielt die Zusammensetzung der Atmosphäre analysiert haben, bei dem bislang letzten nahen Vorbeiflug der Sonde an Dione im Dezember 2011.

Sie bestätigten damit eine bereits im Herbst 2011 gemachte Entdeckung von Forschern des Instituts für Geophysik und Meteorologie an der Universität zu Köln, die einen Einfluss von Dione auf das gewaltige Magnetfeld des Ringplaneten gemessen hatten. Dank dieser Wechselwirkung gelang es den Wissenschaftlern, die Existenz einer Atmosphäre auf dem Saturnmond indirekt nachzuweisen. Allerdings konnten sie bis dato nur Vermutungen über deren Zusammensetzung anstellen (Bericht in der Infobox).

Nur ganz dünne Atmosphäre
Die Atmosphäre um Dione ist allerdings äußerst dünn, weshalb sie von den Forschern als Exosphäre bezeichnet wird. Wie es scheint, sind es die geladenen Partikel der starken Strahlung des Gasriesen, die das auf den Monden vorhandene Wasser im Eis in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten.

Die Dichte der Atmosphäre auf der Oberfläche von Dione würde damit in etwa jener der Erdatmosphäre in einer Höhe von rund 480 Kilometern entsprechen, schreiben die Wissenschaftler, die die Ergebnisse ihrer Messungen in der jüngsten Ausgabe des Fachjournals "Geophysical Research Letters" veröffentlicht haben.

Dione einer der größten Saturnmonde
Dione ist einer der größeren der bislang über 60 entdeckten Monde des Planeten Saturn und der fünfzehntgrößte in unserem Sonnensystem. Er wurde am 21. März 1684 von Giovanni Cassini entdeckt. Benannt wurde der Mond, der den Ringplaneten in einem mittleren Abstand von rund 377.000 Kilometern umkreist, nach der Titanin Dione, der Mutter der Aphrodite aus der griechischen Mythologie.

Aufgrund seiner Dichte nehmen viele Astronomen an, dass der Saturn-Trabant hauptsächlich aus Wassereis um einen felsigen Kern besteht. Diones Masse reicht aber nicht aus, um eine dichtere Atmosphäre, vergleichbar mit jener ihrer Schwestermonde Titan und Rhea oder etwa unserer Erde, mittels eines eigenen starken Gravitationsfeldes zu binden.

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