Sa, 25. November 2017

„Große Dummheit“

01.03.2012 16:54

Drohbriefe an sich gesendet, um als Opfer dazustehen

Weil er sich zu Unrecht beschuldigt fühlte, hat sich ein ehemaliger Feuerwehrkommandant aus dem Bezirk Zwettl in Niederösterreich selbst Drohbriefe und "vergiftete" Pralinen geschickt, um als Opfer dazustehen. Doch dieser Schuss ging nach hinten los: Denn der 51-Jährige wird nun von der Staatsanwaltschaft Krems wegen falscher Zeugenaussage und Vortäuschung einer Straftat angezeigt.

Als ehemaliger Kommandant einer kleinen Ortsfeuerwehr wurde der Mann in seinen Augen völlig zu Unrecht verdächtigt, nach einem Zeltfest Gelder der Helfer unterschlagen zu haben. "Um mich zu wehren, habe ich in einer Kurzschlussaktion mir selbst Drohbriefe geschrieben, um als Opfer einer Verleumdungskampagne dazustehen", so der Unternehmer völlig zerknirscht zur "Krone".

Polizei von vermeintlicher Bedrohung berichtet
Der Mann hatte sich am 19. Jänner selbst an die Polizeiinspektion Ottenschlag gewandt und von der vermeintlichen Bedrohung berichtet. Auch den Verwandten seiner Lebensgefährtin seien am selben Tag anonyme Drohschreiben durch die Post zugestellt worden. Bei der Untersuchung der Schreiben stellten die Beamten fest, dass die Drohbriefe inhaltlich identisch sind und sich mit den Vorwürfen der Unterschlagung der Feuerwehrgelder befassen.

Doch die Aktion entwickelte sich zu einem Eigentor: Ehe es sich der Florianijünger versah, hatte er ein Verfahren wegen falscher Zeugenaussage und Vortäuschung einer Straftat am Hals, weil eine Schriftprobe ihn selbst als Urheber der Drohbriefe entlarvte.

"Ich kann nur sagen, es tut mir furchtbar leid"
Am Montag wurde der 51-Jährige mit dem Ermittlungsergebnis konfrontiert, woraufhin er schließlich gestand - er hatte seit dem Frühjahr 2010 insgesamt vier anonyme Schreiben versandt. "Ich stehe dazu, dass ich eine Riesendummheit gemacht habe, und muss jetzt auch mit den rechtlichen Folgen leben. Ich kann nur sagen, es tut mir furchtbar leid", so der Waldviertler reumütig.

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