Fr, 24. November 2017

Totales Aus bis 2016

29.02.2012 09:11

Datenroaming im EU-Ausland wird deutlich günstiger

Rechtzeitig zum Beginn der Sommerferien sollen die Gebühren für grenzüberschreitendes Telefonieren und Internetsurfen per Handy in der EU sinken. Dies sieht eine Neuregelung vor, die der zuständige Ausschuss des Europaparlaments am Dienstag in Brüssel verabschiedet hat. Die Vorlage geht nun an den Ministerrat, in dem die 27 EU-Staaten vertreten sind. Mit ihnen muss sich das Europaparlament auf eine gemeinsame Position einigen.

Die Neuregelung sieht eine stufenweite Reduzierung der grenzüberschreitenden Mobilfunkgebühren im Ausland ab Juli dieses Jahres bis Ende 2015 vor. Anfang 2016 soll das sogenannte Roaming ganz abgeschafft werden - damit würden dann im EU-Ausland die gleichen Tarife gelten wie im Inland.

Nach dem Willen des Industrieausschusses im Europaparlament sollen die Gebühren für das Datenroaming im Juli auf 50 Cent pro Megabit Datenvolumen sinken. Ab Mitte 2013 soll der Tarif dann auf 30 Cent, ab Mitte 2014 auf 20 Cent reduziert werden.

Auch Telefonieren wird günstiger
Die Gebühren für grenzüberschreitende Handyanrufe in der EU sollen ab Juli auf 25 Cent gesenkt werden, die für eingehende Anrufe auf acht Cent. Bis Juli 2014 sollen diese Tarife schrittweise auf 15 beziehungsweise fünf Cent sinken. Eine grenzüberschreitende SMS soll ab Juli nur noch 0,08 Cent kosten.

Netze sollen für kleine Anbieter geöffnet werden
Außerdem sollen kleinere Anbieter Zugang zu den Netzen bekommen. Telefonkunden sollen nach den Vorschlägen des Ausschusses zudem vor Ort auf die Angebote lokaler Anbieter zurückgreifen zu können. So könnten sie beispielsweise für das Telefonieren und das Internetsurfen mit dem Handy verschiedene Anbieter wählen - ohne ihre Telefonnummer zu ändern.

Damit werde "endlich mehr Wettbewerb in die Märkte kommen", sagte die CSU-Europaabgeordnete Angela Niebler, die im Auftrag des Parlaments nun mit dem Rat verhandeln soll. "Ich rechne mit einem Ergebnis bis Ostern", sagte Niebler. Die Europäische Verbraucherorganisation BEUC sprach von einem "weiteren Schritt in die richtige Richtung".

"Interessen der Industrie über die der Verbraucher gestellt"
Vertreter der politischen Linken und der Grünen bedauerten, dass die Roaminggebühren nicht schon vor 2016 ganz wegfallen sollen. Dagegen habe sich die konservativ-liberale Mehrheit im Ausschuss gesträubt. Sie habe "einmal mehr die Interessen der Mobilfunkindustrie über die der Verbraucher gestellt", sagte der SPD-Abgeordnete Norbert Glante. Anstatt die "künstlich hohe Differenz" zwischen den Preisen im Heimnetzwerk und den Roamingtarifen komplett abzuschaffen, habe der Industrieausschuss nur "Flickwerk betrieben", kritisierte die deutsche Grüne Rebecca Harms. "Die Roamingabzocke bleibt."

Vodafone-Chef übte Kritik an EU
Erst am Montag hatte Vodafone-Chef Vittorio Colao im Rahmen des Mobile World Congress in Barcelona den EU-Regulierern vorgeworfen, die Telekomindustrie zu stark zu belasten (siehe Infobox). Colao forderte ein Ende des Drucks auf die Preise, damit die Branche wieder mehr Geld investieren könne. Die Telekomkonzerne beschweren sich, dass sie für viele Milliarden die Netze ausbauen, um immer mehr Datenverkehr umzuschlagen - und zugleich Einnahmeausfälle verdauen müssen.

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