So, 17. Dezember 2017

Oscar-Skandal

27.02.2012 03:24

Sacha Baron Cohen verstreut "Asche" von Kim Jong Il

Als Diktator verkleidet hat der britische Komiker Sacha Baron Cohen das Schaulaufen der Oscar-Stars auf dem roten Teppich durcheinandergebracht. Der Star des Films "Borat" erschien in der Phantasie-Uniform aus seinem neuen Streifen "The Dictator" zu der Verleihung der begehrten Filmpreise in Los Angeles. In den Händen trug er eine Urne mit dem Bild des verstorbenen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il.

Den Inhalt, ein aschefarbenes Pulver, verstreute Baron Cohen auf dem roten Teppich - und dem Anzug von TV-Moderator Ryan Seacrest, der ihn interviewte.

In seiner ordenbehangenen weißen Militärkluft und mit schwarzem Vollbart sagte Baron Cohen, er sei sehr froh, zur Oscar-Verleihung zu kommen. "Das gab mir die Möglichkeit, meinen lieben Freund und Partner beim Tennis-Doppel, Kim Jong Il, mitzubringen", erklärte der Komiker. Es sei Kims Traum gewesen, bei den Oscars über den roten Teppich und die Brust von US-Schauspielerin Halle Berry verstreut zu werden. Dann kippte er das Pulver aus der Urne auf Seacrest und beschmutzte dessen zuvor tadellos schwarzen Anzug. Halle Berry hatte ihre Teilnahme an der Verleihung zuvor wegen einer Verletzung abgesagt.

Als ihn Sicherheitsleute wegzogen, rief Cohen dem Moderator zu: "Wenn dich jemand fragt, was du trägst, sagst du 'Kim Jong Il'." Seacrest schien zunächst fassungslos, fing sich dann aber schnell. "Ich bin etwas verstaubt. Ich bin ein Comedy-Opfer", witzelte er.

Baron Cohens Plan, als Diktator zur Oscar-Show zu erscheinen, hatte im Vorfeld der Gala für Streit gesorgt. Die Organisatoren hatten den Komiker zunächst vor dem PR-Gag gewarnt, erlaubten ihn dann aber doch den Auftritt im Diktatoren-Kostüm. "The Dictator" kommt im Mai in die Kinos. Darin spielt Baron Cohen die Hauptrolle eines vollbärtigen Herrschers, "der sein Leben riskiert, damit niemals die Demokratie in sein so hingebungsvoll unterdrücktes Land Einzug erhält".

Baron Cohen spielt auch in dem Film "Hugo" von Martin Scorsese mit, der elf Mal für den Oscar nominiert wurde. Der Brite ist berüchtigt für seine schrillen Auftritte bei Veranstaltungen. Um für seinen Film "Borat" über einen fiktiven kasachischen Fernsehreporter zu werben, tauchte er 2006 beim Filmfestival in Toronto in einem Karren auf, der von einer "Bäuerin" gezogen wurde. Bei den MTV Movie Awards 2009 ließ er sich als Engel verkleidet von der Decke herab und landete im Schoß von Rapper Eminem. Dessen Entrüstung stellte sich später als abgesprochen heraus.

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