Sa, 25. November 2017

Lawinen-Drama

26.02.2012 15:25

Königsfamilie besucht Messe für Prinz Friso

Neun Tage nach dem Lawinenabgang in Lech in Vorarlberg, bei dem der niederländische Prinz Johan Friso verschüttet und lebensgefährlich verletzt wurde, ist sein Zustand weiter sehr ernst. Die königliche Familie hält in diesen Tagen fest zusammen und besuchte am Samstagabend mit Ausnahme von Königin Beatrix - sie war über das Wochenende nach Den Haag gereist - eine Heilige Messe für den Komapatienten in Lech am Arlberg.

Die Messe stand ganz im Zeichen des verunglückten Prinzen. "Man verspürte das Gefühl, dass Lech die Familie liebt", schilderte der königliche Berichterstatter Hans Jacobs am Sonntag. Viele Einheimische und Freunde der Familie hätten an dieser emotionalen, warmen und intimen Zeremonie teilgenommen. Die Betroffenheit war offensichtlich.

Große Anteilnahme in den Niederlanden
Die Anteilnahme der Bevölkerung war auch in der Heimat der königlichen Familie, in den Niederlanden, zu erkennen. Immer mehr Grußkarten und Blumen treffen im Palast in Den Haag als Zeichen des Mitgefühls ein, berichteten niederländische Medien.

Das Königshaus hat indes in einer Veröffentlichung um die Wahrung der Privatsphäre gebeten. "Die Familie Seiner Königlichen Hoheit Prinz Friso muss lernen, mit der Situation von Prinz Friso umzugehen und ihr Leben darauf einzurichten. Das braucht jetzt ihre ganze Aufmerksamkeit", hieß es auf der Homepage der Königsfamilie.

Am Freitag, eine Woche nach dem Lawinenunfall, hatte es vonseiten der behandelnden Ärzte erstmals eine Stellungnahme zum Gesundheitszustand von Prinz Friso gegeben (siehe auch Infobox). Laut Intensivmediziner Koller könne eine neurologische Behandlung Monate, wenn nicht Jahre in Anspruch nehmen. Friso habe während des 50-minütigen Herzstillstandes am Unfallort reanimiert werden müssen. Dies war laut Koller ein sehr, sehr langer Zeitraum: "Man kann auch sagen, zu lange."

Suche nach geeignetem Rehabilitations-Zentrum
Die königliche Familie werde jetzt eine geeignete Einrichtung für die Rehabilitation suchen, erklärte der Intensivmediziner. "In Holland gibt es so etwas gar nicht", meinte Jacobs dazu. Eventuell könne ein geeignetes Reha-Zentrum in England gefunden werden.

In der vergangenen Woche hatten Königin Beatrix und Frisos Ehefrau Mabel täglich den Weg von Lech nach Innsbruck auf sich genommen, um den Komapatienten zu besuchen. Auch dessen fünfjährige Tochter, Zaria, und Mabels Mutter waren am Krankenbett. Zudem fanden sich an einigen Tagen Johan Frisos Brüder, Kronprinz Willem-Alexander und Constantijn, mit ihren Ehefrauen ein.

Bevölkerung in Lech "geschockt und zutiefst betroffen"
In Lech, wo sich das Lawinenunglück zugetragen hatte und wo die Königsfamilie seit Jahrzehnten ihren Skiurlaub verbringt, zeigte man sich angesichts der schlechten Nachrichten aus Innsbruck "geschockt und zutiefst betroffen". Der ganze Ort habe seit dem Lawinenabgang gehofft, dass sich der Gesundheitszustand von Prinz Johan Friso verbessere, erklärte Bürgermeister Ludwig Muxel. Das hoffe man auch weiterhin. "Unser ganzes Mitgefühl gilt der Familie, besonders Johan Frisos Gattin Mabel und den Kindern", sagte der Ortschef.

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