So, 19. November 2017

„Mini Med Tiere“

24.02.2012 14:56

Experten über die richtige Haustier-Ernährung

Die Veranstaltungsreihe "Mini Med Tiere" behandelt spannende Themen rund um das Zusammenleben von Mensch und Tier. Am 22. Februar widmeten sich die Vortragenden im Wiener Raiffeisenforum der Frage nach der richtigen Ernährung für Hund und Katze. Experten aus der Praxis gaben den Gästen wertvolle Tipps und räumten mit hartnäckigen Mythen auf. Doch nicht nur die Tiergesundheit wurde thematisiert: Beim Trend BARF besteht gar ein Gesundheitsrisiko für den Menschen.

Über 200 interessierte Tierfreunde nahmen am zweiten "Mini Med Tiere"-Vortrag des Jahres teil. Die Referenten Stefanie Handl (Institut für Tierernährung, Vetmeduni Vienna) und Rudolf Winkelmayer (niedergelassener Tierarzt sowie Amtstierarzt der Bezirkshauptmannschaft Bruck/Leitha) informierten umfassend und beantworteten zahlreiche Publikumsfragen zur Tierfütterung.

Experten halten BARF für problematisch
Der neue Fütterungstrend BARF (Bones and Raw Foods; zu Deutsch: Knochen und rohe Nahrungsmittel) ist nicht nur ernährungsphysiologisch problematisch, sondern birgt vor allem auch für den Menschen Gefahren, so die Experten. "Das größte Risiko besteht für Sie als Tierbesitzer, wenn Sie mit rohem Fleisch hantieren. Auch wenn man auf Hygiene bedacht ist, lassen sich Keime nicht verhindern", erklärte Dr. Handl die Problematik von Rohfleisch, das über längere Zeit der Raumtemperatur ausgesetzt ist.

Bei Rohfütterung auf die Hygiene achten
Bis es vom Tier verzehrt wird, verbleibt das Fleisch mitunter länger im Futternapf und somit an der Luft. Da zahlreiche Erreger nur durch Kochen abgetötet werden können, erhöht sich somit die Gefahr der Übertragung von Zoonosen, also vom Tier auf den Menschen übertragbare Krankheiten. Eine aktuelle Studie aus den Niederlanden evaluierte die Rohfleischfütterung als eines der Übertragungsrisiken für Toxoplasmose. Besonders gefährdet sind Schwangere, Kleinkinder sowie alte und kranke Personen.

Fleisch alleine ist nicht genug
Das generell heikle Hühnerfleisch sowie Wild, wo ein durchgehendes Einhalten von Hygienestandards nicht immer gewährleistet ist, sind besonders problematisch. Auch die Hygiene in Betrieben, die Rohfleisch zur Tierfütterung anbieten, sei nicht immer einwandfrei, gab Winkelmayer zu bedenken. Wer seinem Liebling dennoch nur Selbstgekochtes servieren möchte, sollte die Rationen mit Mineralstoffen und Vitaminzusätzen ergänzen. Aktuelle Trends wie Bio-Fleisch-Fütterung oder gar vegetarisches Futter für Katzen und Hunde beurteilen die beiden Vortragenden kritisch.

Das Thema der richtigen Ernährung ist für Mensch und Tier gleichsam von Bedeutung. Die Aufnahme der benötigten Nährstoffe in der richtigen Menge ist für die Gesundheit essentiell. Zwar sind Hund und Katze Fleischfresser, jedoch gilt es, ihren gesamten Nährstoffbedarf zu beachten: "Hunden oder Katzen nur Fleisch zu füttern - auch wenn es sich dabei um beste Steaks handelt -, ist völlig unzureichend", klärte Winkelmayer die Zuhörer auf. Der Mythos des minderwertigen Fertigfutters ist dagegen völlig haltlos. Weder macht es krank, noch enthält es Abfälle oder giftige Zusatzstoffe. Tatsächlich ist es exakt auf den Nährstoffbedarf des Tieres abgestimmt. Dies klarzustellen war besonders Handl ein wichtiges Anliegen.

Experten halten Fertigfutter für einfachste Alternative
Eine ausgewogene Ernährung soll alle essentiellen Nährstoffe bereitstellen, die der Körper zum Leben benötigt. So müssen in der Nahrung für den Hund oder die Katze jedenfalls ausreichend Eiweiß, Fett, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine enthalten sein. Natürlich in einer ausgewogenen Menge - auch hier gilt: zu viel Fett vermeiden! Winkelmayer sieht bei extremer Überfütterung, die zu Fettleibigkeit führt, sogar den Tatbestand der Tierquälerei erfüllt.

Der nächste "Mini Med Tiere"-Vortrag zum Thema "Zeck, Floh & Co und die effizientesten Gegenmittel" findet am 20.03.2012 um 19 Uhr im Raiffeisenforum in 1020 Wien statt. Du kannst dich unter organisation@minimed.at oder 0810/081060 anmelden. Der Eintritt ist auch diesmal frei. Weitere Informationen findest du auch unter www.minimedtiere.at.

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