Fr, 24. November 2017

Gegen die Zeit

21.02.2012 15:05

Lawinensuchhunde sind die effektivsten Retter im Schnee

Der Neuschnee der vergangenen Wochen sorgt in großen Teilen Österreichs für erhöhte Lawinengefahr. Rund 120 Menschenleben jährlich werden im gesamten Alpenraum durch den "Weißen Tod" beendet, viele Verschüttete können jedoch rechtzeitig gerettet werden. Dabei spielt der beste Freund des Menschen eine große Rolle, denn der Einsatz von Lawinenhunden ist nach wie vor die beste Methode, wenn man Opfer unter den Schneemassen aufspüren muss.

Starker Schneefall und oftmals zu risikobereite Skifahrer: Das sind die Zutaten für Lawinenunglücke, von denen es in den vergangenen Wochen gleich mehrere gegeben hat. Zum bisher prominentesten Opfer in diesem Jahr wurde der niederländische Prinz Johan Friso, der in Lech am Arlberg in Tirol beim Skifahren im ungesicherten Gelände von einem Schneebrett mitgerissen wurde. Die schnellstmögliche Bergung Verschütteter entscheidet über Leben und Tod.

Hunde effektiver als technische Hilfsmittel
Bei der Rettung spielen Lawinenhunde nicht selten eine bedeutende Rolle. Vierbeiner arbeiten schnell und effektiv - ein Hund ersetzt bis zu 20 Bergretter. Ihr Geruchssinn ermöglicht es ihnen, Menschen unter meterhohen Schneemassen aufzuspüren, und bisher ist es noch nicht gelungen, ihnen ebenbürtige Radar- und Suchgeräte zu entwickeln. Die Technik wird mit den Fähigkeiten der Hunde kombiniert, denn die Helfer müssen schnell sein: Ab 18 Minuten sinkt  die Überlebensquote unter den Schneemassen dramatisch.

Für Vierbeiner ist es nur ein Spiel
Die Ausbildung zum Lawinensuchhund dauert rund drei Jahre. Zwar haben Vierbeiner von Natur aus einen ausgezeichneten Geruchssinn, jedoch müssen sie erst lernen, dass sie gezielt nach einem bestimmten Geruchsmuster suchen müssen. Den Anreiz bietet das Lieblingsspielzeug des Hundes: Findet das Tier einen Verschütteten, wird es mit einem Spiel belohnt. Ob Rassehund oder Mischling ist nicht entscheidend dafür, ob sich der Vierbeiner als Lawinensuchhund eignet. Der Hund muss robust und "wintertauglich" sein, zudem sollte er nicht mehr als 30 Kilogramm auf die Waage bringen.

Leichtere Rassen lösten Bernhardiner ab
Die Hundeführer der Bergrettung haben erfolgreich Retriever, Hütehunde, Schäferhunde und andere Rassen sowie Mischlinge zu Lawinensuchhunden ausgebildet – nur das Klischee vom Bernhardiner als Suchhund wird nicht (mehr) bedient. Dabei gilt ein Bernhardiner namens "Barry" als der erfolgreichste tierische Retter überhaupt: Zu seinen Lebzeiten von 1800 bis 1814 rettete er 40 Verschütteten das Leben. Dass die St. Bernhardshunde, wie Bernhardiner auch genannt werden, tatsächlich mit Schnapsfässchen Geborgene aufgewärmt haben, konnte nie bewiesen werden.

Auch Hundeführer brauchen umfassende Ausbildung
Wer sich auch für die Lawinenarbeit interessiert, kann sich bei der nächsten Bergrettungsstelle schlau machen. Als Hundeführer muss man in den meisten Fällen dort Mitglied sein und eine mehrstufige Ausbildung (Schneekunde, Klettern, Spaltenbergung, Alpinmedizin und ähnliches) absolvieren, bevor man mit der Ausbildung des Hundes überhaupt beginnen kann. Die Bergretter arbeiten ehrenamtlich und benötigen viel Tagesfreizeit. Für den Hund handelt es sich um eine großartige Aufgabe – die Leben rettet.

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