So, 17. Dezember 2017

Projekt "Avatar"

20.02.2012 16:51

US-Soldaten sollen als Roboter in den Krieg ziehen

Im 3D-Kinohit "Avatar - Aufbruch nach Pandora" waren es Alien-Mensch-Hybriden, im wahren Leben sollen Soldaten in Zukunft Roboter steuern - womöglich nur mithilfe ihrer Gedanken. Das planen offenbar Forscher des US-Militärs. Sieben Millionen Dollar (etwa 5,2 Millionen Euro) investieren sie nun in das Projekt mit dem Codenamen "Avatar".

Die Militärforschungsagentur DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency), die zum US-Verteidigungsministerium gehört, finanziert unterschiedliche Projekte, die den USA im Krieg der Zukunft Vorteile verschaffen sollen. So wird etwa an einem C3PO-Nachbau für Übersetzungen geforscht, einer Hyperschall-Waffe, ferngesteuerten Insekten und verschiedenen Anwendungen der erweiterten Realität, durch die digitale Informationen direkt in die Umgebung eingeblendet werden können.

Mit dem "Avatar"-Projekt geht die DARPA aber noch einen Schritt weiter. Im Budget der Agentur für das Jahr 2013 sind die Pläne aufgeführt, wie "Wired" berichtet: "Das Avatar-Programm wird Schnittstellen und Algorithmen entwickeln, die es Soldaten ermöglichen, sich mit einer halb autonomen, zweibeinigen Maschine zusammenzuschließen und diese als Stellvertreter des Soldaten handeln lassen."

Künstlicher Stellvertreter soll alle Arbeiten übernehmen
Diese Maschine solle all das tun können, was der Soldat üblicherweise macht - vom Gebäudestürmen über Wachdienst bis hin zum Bergen von Verletzten im Kampf. Wie genau die Verschmelzung funktionieren wird, erklärt die DARPA nicht. Allerdings hat die Agentur laut "Wired" bereits Erfolge bei der Fernsteuerung von Robotern per Gedanken erzielt - bisher jedoch nur mit Affen.

"Avatar"-Roboter auch aus Japan
Maschinen nach "Avatar"-Vorbild kommen offenbar in Mode. Erst Mitte Februar haben japanische Forscher einen ferngesteuerten Roboter vorgestellt, der fühlen, hören und sehen kann. Beim "TELESAR V" kann der Nutzer mit Spezialhandschuhen die Roboter-Hände steuern - und im Gegenzug fühlen, was der Roboter anfasst. Die "Augen" des Roboters sind Kameras, die das Gesehene dreidimensional auf Bildschirme vor dem Nutzer übertragen. Die "Ohren" sind Mikrofone, welche die Geräusche aus der Umgebung des Roboters aufnehmen. Und über Lautsprecher am Roboterkopf kann die Stimme seines "Meisters" erklingen. "Der Roboter kann als Ihr Alter Ego benutzt werden. Sie steuern ihn und können ihn auf verschiedene Art und Weise nutzen", sagte Professor Susumu Tachi von der Keio-Universität in Tokio. Als Einsatzgebiet schwebt den Forschern vor, dass der Roboter in für Menschen unzugängliche Gebiete geht - etwa in verstrahltes Gebiet nach einem Atomunglück.

Roboter und Drohnen beim Militär gefragt
Das US-Militär hingegen interessiert sich besonders für die Anwendungsmöglichkeiten bei Kampfhandlungen, es setzt immer stärker auf Roboter und Drohnen im Kriegseinsatz, ob zum Entschärfen von Bomben oder zur Luftüberwachung. Kampfroboter hingegen waren bisher kein Erfolg, so zielten etwa Maschinen des Typs SWORDS 2008 im Irak mehrfach auf die eigenen Soldaten und wurden daraufhin abgezogen.

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