Do, 23. November 2017

Maggies Kolumne

10.02.2012 15:39

Schmerzhaftes Training

Es ist früher Morgen. Pflichtbewusst sitzt der Deutsch Drahthaarrüde neben seinem Herrchen. Plötzlich ein lauter Knall – davon lässt sich das Tier nicht beirren – es ist schussfest! Ein absolutes Muss für einen vierbeinigen Jagdhelfer. Auf Kommando sprintet er los, um den erlegten Fasan zu apportieren. Doch dann jault er unvermittelt vor Schmerz auf, sein Körper zittert! Der Grund: Sein Herrchen hat ihn mit einem Stromstoß bestraft, weil er die Beute nicht wie erwünscht zurückgebracht hat.

Eine Szene, wie sie tagtäglich passiert! Und das, obwohl seit 2005 der Einsatz von Elektrohalsbändern in Österreich verboten ist. Ein Teil der Jägerschaft will dennoch auf diese tierquälerische Erziehungsmethode nicht verzichten. In Wien wurde vor einigen Tagen in einem Jagdzubehörgeschäft im 1. Bezirk ein Stachelhalsband – welches ebenso verboten ist – entdeckt. Tierschutzstadträtin Ulli Sima ließ Anzeige erstatten. Denn, so Tierschutzombudsmann Hermann Gsandtner: "Nicht nur das Benützen, schon der Besitz ist verboten!" Mehr zu diesem Fall findest du hier.

Auf der Homepage eines bekannten Jagdhundezüchters entdeckten wir zahlreiche Bilder von Hunden mit Elektroschockhalsbändern. Der Mann, der auch als Trainer agiert, wirbt damit und lädt Interessierte sogar zu Trainingscamps ein. Zielsetzung: der Einsatz moderner Telereizgeräte im Jagdbetrieb! Um das Gesetz zu umgehen, finden diese Camps in Ungarn statt!

Alexander Willer von der Tierschutzstiftung: "Um diese Tierquälerei endgültig abzustellen, müsste bereits das Bewerben per Gesetz verboten werden!" Der Betreiber des Geschäftes hat nun mit einer empfindlichen Geldstrafe zu rechnen. Ganz ehrlich: Geschieht ihm recht!

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