Fr, 25. Mai 2018

Liebe ist...

03.05.2004 10:40

...wenn die Chemie stimmt!

Unser größtes Sexualorgan wiegt im Schnitt eineinhalb Kilo und ist weder mit Silikon noch mit Viagra zu vergrößern: Das Gehirn entscheidet über Verlieben, Emotion und Erregung. Hormone sind der Schlüssel zum Glück, und die werden von hier aus gesteuert – reine Chemie also!
Es ist so romantisch: Zwei Seelen finden sichund sehnen sich nur noch danach, mit einander zu verschmelzen.Das Paar ist ein Herz und eine Seele, Flugzeuge schwirren durchden Bauch, die Welt wird rosarot - und das alles nur wegen einbisschen Chemie! Ein Netzwerk von 100 Milliarden Nervenzellenim Gehirn steuern uns, und ein paar romantisch veranlagte schickenuns mit der richtigen Hormonproduktion die Flugzeuge in den Bauch.Und dann stehen wir, genau genommen, wie unter Drogen. Nach Angabendes Biophysikers Stefan Klein wirken Drogen auf die selben Schaltungenim Hirn, wie die Liebeshormone Oxytocin und Vasopressin.
 
Krankheit Liebe
Eine Studie des Psychiaters Donatella Marazitty vonder Universität Pisa führte laut "New Scientist" zudem Ergebnis, dass Verhaltensmuster und Gehirnchemie von Verliebtenmit denen vergleichbar sind, die unter einer psychischen Krankheitleiden: zwanghafte Verhaltensstörungen oder obsessive compulsivedisorders (OCD). OCD-Betroffene sind Menschen, die zum Beispielständig glauben, sie hätten den Herd an gelassen.
 
Liebe und Verlangen aus der Praline
DARPP-32 heißt der Stoff, aus dem Gefühleentstehen. Das ist keine neue Designer-Droge, die uns das Gefühlvon Glückseligkeit nur vorgaukelt, sondern das körpereigeneProtein, das maßgeblich für unser sexuelles Verlangenverantwortlich ist. So die neuesten Erkenntnisse von Wissenschaftlerndes Baylor College of Medicine in Waco, Texas. "Innerhalb dernächsten fünf Jahre werden entsprechende DARPP-Medikamenteauf den Markt kommen, welche bei ihren Anwendern sexuelles Verlangenstimulieren sollen", sagt der leitende Molekularbiologe am BaylorCollege. Viagra leistet körperlich Einiges, die emotionaleSeite bleibt davon jedoch vollkommen unberührt. OptimaleDarreichungsform: Pralinen, denn Schokolade macht bekanntermaßenebenfalls glücklich.
 
Immer der Nase nach
Chemie spielt schon beim Kennenlernen eine großeRolle - über die Nase! Denn unser Riechkolben hilft uns,einen Partner zu finden, dessen Gen-Struktur sich deutlich vonunserer eigenen unterscheidet. Das passiert zwar unbewusst, hilftuns aber, gesunde Nachkommen zu zeugen. Interessanter Weise wirddieser Mechanismus durch die Pille außer Kraft gesetzt.Frauen entscheiden sich dann häufiger für einen Mann,der ihnen genetisch ähnlicher ist. Wenn du jemand gut riechenkannst, greif zu - denn dann scheint die Chemie zu stimmen!

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