Mo, 20. November 2017

Google greift durch

03.02.2012 09:51

„Türsteher“-Software filtert jetzt Malware bei Android

Google hat am Donnerstag eine neue Sicherheitsvorkehrung für sein Smartphone-Betriebssystem Android vorgestellt, die bereits seit Monaten im Stillen arbeitet. Der Service namens Bouncer, also Türsteher, durchsucht den Android Market im Hintergrund nach möglicher Schadsoftware. Diese wird seit Monaten zu einem immer größeren Risiko für Nutzer.

Im hauseigenen Mobile-Blog hat Google-Entwickler Hiroshi Lockheimer am Donnerstag vorgestellt, wie das Unternehmen Android-Smartphones besser schützen möchte.

Der wohl wichtigste Schritt ist der Scanning-Service Bouncer, der den Android Market automatisch auf Schadprogramme, die Viren, Trojaner oder Spyware enthalten, scannt. Die Überprüfung beginnt, wenn eine neue App vom Entwickler hochgeladen wird. Bouncer untersucht, ob sich die neue Software verdächtig verhält und vergleicht sie mit zuvor analysierten Apps.

"Türsteher" läuft im Hintergrund
Nutzer merken davon nichts, da die Software nicht auf dem Handy installiert wird, sondern auf Google-Servern läuft. Jede App werde in Googles Cloud zum Laufen gebracht, um den Betrieb auf einem Android-Handy zu simulieren, so Lockheimer. Zudem würden neue Entwickler-Zugänge analysiert, um Schadsoftware zu verhindern und schwarze Schafe vom Android Market auszuschließen.

Angeblich schon 40 Prozent weniger Malware-Apps
Der "Türsteher" habe bereits Erfolg gezeigt, heißt es im Blogeintrag. Demnach sei die Anzahl an Downloads potenzieller Malware-Apps zwischen der ersten und zweiten Hälfte 2011 um 40 Prozent zurückgegangen. Dies widerspreche den Angaben jener Firmen, die Sicherheitssoftware fürs Handy verkaufen. Diese hätten - fälschlicherweise, so Google zwischen den Zeilen - ausgerechnet in diesem Zeitraum behauptet, es gebe mehr Malware für Android-Geräte. "Wir wissen, die Rate ist signifikant zurückgegangen", entgegnet Lockheimer.

Sicherheit wird für Android zum Problem
Google will mit dem Schritt offenbar verhindern, dass Nutzer aus Angst vor der kolportierten Malware-Flut das Android-Betriebssystem meiden. Die Offenheit des Systems macht dem Internetriesen in Bezug auf die Sicherheit zu schaffen, schließlich kann jeder eine App in den Android Market hochladen. Zudem läuft Android auf zahlreichen Geräten unterschiedlicher Hersteller, diese Diversität bietet viel mehr Angriffsfläche bietet als beispielsweise Apples iPhones, die sämtlich ein Betriebssystem, eine Konfiguration und dieselbe Software einsetzen. Da immer mehr Menschen persönliche Daten auf ihren Smartphones lagern und damit etwa auch Bankgeschäfte erledigen, müsse man sich in Zukunft auf einen Handy-Malware-Boom einstellen, warnen Sicherheitsanbieter.

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