Mi, 13. Dezember 2017

Gefangen im Eis

01.02.2012 10:01

Sbg: Beherzte Rettungsaktion für prächtigen Hirschen

Eine wahre Meisterleistung haben Salzburger Einsatzkräfte vor einigen Tagen in Dienten vollbracht. Ein 150 Kilogramm schwerer Hirsch war in die Dientner Arche gestürzt und konnte sich nicht mehr selbst aus dem Bachbett retten. In einem mehrstündigen Einsatz konnten die Florianis den Koloss schließlich aus seiner misslichen Lage befreien - ohne Hilfe wäre das Tier zugrunde gegangen.

"Der Hirsch war anfangs noch gar nicht im Bach. Er irrte zwischen hohen Schneewänden neben dem Wasser umher", berichtet Tierarzt Herbert Neumayr der "Krone" aus Saalfelden. Der Veterinär und die Helfer von der Feuerwehr hatten zuerst Probleme, durch den Tiefschnee in die Nähe des Tiers zu gelangen, das wohl schon seit Tagen kein Futter mehr gefunden hatte und deshalb schon sehr geschwächt war.

Aus Angst vor Narkose-Pfeil ins eiskalte Wasser gesprungen
"Wir versuchten den Hirschen vom Bach wegzutreiben. Das gelang aber nicht", so Neumayr, der zwei perfekt für einen 120 bis 150 Kilogramm schweren Hirsch dosierte Narkose-Pfeile bei sich trug. "Ich konnte mich dem Tier auf drei Meter annähern und schoss den ersten Pfeil ab. Das ist aber nicht so wie im Film, wo die Tiere auf der Stelle umfallen. Im Gegenteil, der lief noch 70 Meter weiter und blieb dann bei einer Staumauer stehen. Wenn die Tiere sehr aufgeregt sind, kann es auch sein, dass die Narkose gar nicht wirkt. Der zweite Schuss war leider vergeblich, der prallte am vereisten Fell ab", schildert Neumayr. In seiner Todesangst sprang der Hirsch ins eiskalte Wasser.

"Dann mussten auch wir hinein. Zum Glück war er da durch die Narkose doch schon etwas ruhiger. Ich konnte ihn mit einem Seil sichern", berichtet Neumayr. Der Helfer brach dabei selber im Eis ein, gab aber nicht auf. Der Hirsch konnte schließlich aus dem Wasser gehievt und in ein sicheres, 80 Hektar großes Wintergatter gebracht werden.

Mensch beansprucht zu viel Lebensraum der Wildtiere
"Das Tier hat bei der Flucht innerhalb von fünf Minuten die Energie, die er normal für eine Woche zur Verfügung hat, verbraucht", weiß Neumayr. Es muss schon tagelang kein Futter mehr gefunden haben.
Neumayr appelliert daher an alle Tourengeher und Schneeschuh-Wanderer, nur die Forstwege zu benützen und nicht durch die Wälder zu marschieren. Denn: "Der Lebensraum des Wildes wird immer mehr vom Menschen beansprucht. Die Tiere werden verjagt und finden vor allem in dieser Jahreszeit kein Futter."

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