Mi, 18. Oktober 2017

Lilians Uganda-Blog

31.01.2012 10:06

„Schimpansen so nahe zu sehen, ist fantastisch“

Lilian Klebow, Star der TV-Serie "Soko Donau", setzt sich gemeinsam mit einem Team des Jane-Goodal-Instituts Austria für den Schutz der Primaten in Uganda ein. Sie reist für zwei Wochen in den afrikanischen Staat und besucht verschiedene Projekte. Lilian bloggt direkt aus Afrika über ihren bemerkenswerten Einsatz, diesmal über ihren Besuch der Schimpansenauffangstation auf Ngamba Island.

Neun Stunden Flug haben wir hinter uns gebracht. Mitten in der Nacht kamen wir im Jane-Goodall-Institut Uganda in Entebbe an. Zimmer bezogen, Wasser abgekocht, kurze Lagebesprechung, dann musste getestet werden, welcher der aus medizinischen Gründen mitgebrachte Whiskey der beste ist: zwei amerikanische gegen zwei schottische im Rennen. Wir waren uns am Ende nicht mehr ganz sicher... Geschlafen haben wir unter dem "Moskitonetzhimmel" tief und fest. Nun gut, bBis auf das Loch in meiner Decke, aus dem ich die Nacht über ein immer größer werdendes Tier fallend erwartete. Maus? Ratte? Beim nächtlichen Hausputz? Egal um 6.30 Uhr weckte uns ein stolzer Hahn unsanft aus dem Schlaf.

Nach einem schnellen Frühstück brechen wir auf zum Ufer des Lake Victoria und ein bisschen stellt sich Heimatgefühl ein, als ich am Bug des "SOKO Uganda"-Bootes mit dem JGI-Team 23 Kilometer auf den Viktoriasee "hinausschieße". Auf Ngamba Island angekommen, queren 1,2 Meter (!) lange Warane und Lizards unseren Weg und wir beobachten Weaver Birds (Webervögel), die tolle Nester in die Bäume zaubern. Und dann ist es so weit: Wir erleben eine erste Schimpansen-Fütterung. Schimpansen so nahe zu sehen, ist fantastisch und irgendwie fast nicht real. Ihre Gesichter, ihre Expressionen, ihre Energie. Wie ähnlich sie uns in Bewegung und Ausdruck sind. Oder wir ihnen?

Jane Goodall hat das Sanctuary in hartnäckigen Verhandlungen mit der ugandischen Regierung mit ins Leben gerufen. Sie hatte das entscheidende Wissen und die Erfahrung, was Schimpansen wirklich benötigen. Viele Schimpansen aus verschiedenen afrikanischen Staaten konnten hier gerettet werden. Die Aufmerksamkeit der Menschen in Uganda auf die Notwendigkeit der Erhaltung der Schimpansen und den Schutz ihrer Lebensräume zu lenken, ist essentiell. Mensch, Tier und Natur sind verbunden. Hier wird jeden Tag ein Unterschied gemacht. Ganz in Janes Sinne.

Die Ngamba-Island-Zufluchtsstätte wurde 1998 gegründet, als das Jane-Goodall-Institut Uganda zusammen mit anderen NGOs den "Chimpanzee Santuary and Wildlife Conservation Trust" bildete. Die 0,4 Quadratkilometer Regenwald auf der Insel im Viktoriasee bieten eine reiche Vielfalt des Wildlebens und eine Varietät an natürlichen Futterressourcen für Schimpansen. Hier werden Schimpansen aufgenommen, die verwaist sind, die verletzt oder bei illegalen Handelstransaktionen beschlagnahmt wurden. Waldrodungen, Jagd und Handeln mit Wildtieren machen solche "Refugien" für Wildtiere leider notwendig. In der Auffangstation leben heute 44 Schimpansen.

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