Di, 17. Oktober 2017

Rubinstein nimmt Hut

30.01.2012 09:24

iPod-Schöpfer und ehemaliger Palm-Chef verlässt HP

Einer der Väter von Apples iPod und späterer Chef des Smartphone-Pioniers Palm, Jon Rubinstein, sieht sich nach einem neuen Job um. Der 55-Jährige verlässt den Computerriesen Hewlett-Packard, der Palm erst für mehr als eine Milliarde Dollar gekauft und später aufgegeben hatte. Was als nächstes komme, wisse er noch nicht, sagte Rubinstein dem Technologie-Blog "The Verge". Er wolle aber auf jeden Fall im Spiel bleiben: "Ich ziehe mich nicht zurück."

Rubinstein war Ende der 90er-Jahre auf persönlichen Wunsch von Gründer Steve Jobs zu Apple gekommen und hatte sich bald darauf einen Namen als Leiter des Teams gemacht, das den iPod entwickelte. Jobs machte ihn zum Chef der iPod-Sparte, doch Rubinstein suchte nach einer größeren Herausforderung und ging 2007 zum schwächelnden Smartphone-Pionier Palm. Dort versuchte der Manager einen ambitionierten Neuanfang mit der Entwicklung neuer Geräte und des Betriebssystems WebOS , ehe er 2009 zum Konzernchef avancierte.

Obwohl von Branchenexperten gelobt, blieb der Erfolg von WebOS und Geräten wie dem 2009 gestarteten Palm Pre bei Verbrauchern weitgehend aus. Am Ende sei "die Startbahn zu Ende gewesen", bevor Palm abheben konnte, beschrieb Rubinstein das selbst bei "The Verge". Im April 2010 gab Hewlett-Packard die Übernahme von Palm für 1,2 Milliarden Dollar bekannt.

TouchPad nach nur sechs Wochen wieder vom Markt
Der damalige HP-Chef Mark Hurd hatte große Pläne für Palm. Unter Rubinsteins Führung wurden nicht nur weitere Smartphones entwickelt, sondern auch ein Tablet mit WebOS. Doch als das TouchPad (Bild) im Sommer 2011 schließlich auf den Markt kam, stand an der HP-Spitze bereits der ehemalige SAP-Chef Leo Apotheker, der den Konzern stärker auf Software ausrichten wollte.

Nach nur sechs Wochen auf dem Markt wurde das TouchPad zusammen mit anderen WebOS-Geräten eingestellt. Apothekers Nachfolgerin Meg Whitman behielt die Entscheidung bei. WebOS soll künftig als offenes Betriebssystem eine größere Programmierer-Gemeinde erreichen (siehe Infobox).

Absage für BlackBerry-Hersteller RIM
Es sei von Anfang an so geplant gewesen, dass er ein bis zwei Jahre bei Hewlett-Packard bleibe, sagte Rubinstein. Einer möglichen Verpflichtung durch den schwächelnden BlackBerry-Anbieter RIM erteilte er eine Absage: "Kanada wäre die falsche Richtung für mich." RIM ersetzte vor wenigen Tagen seine langjährigen Co-Chefs durch den deutschen Manager Thorsten Heins.

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