Do, 19. Oktober 2017

Heikle Affäre

25.01.2012 14:55

Sbg: Pass-Beamter soll gefälschte Titel vergeben haben

Aufregung herrscht derzeit im Magistrat Salzburg: Ein leitender Mitarbeiter des Passservice wird verdächtigt, bei Bekannten und Verwandten in vier Fällen akademische bzw. Ingenieurs-Titel in ihre Reisedokumente eingetragen zu haben - die ihnen gar nicht verliehen worden waren. Zudem seien Gebühren nicht bzw. verspätet eingezahlt worden. Das ergab eine interne Prüfung, deren Abschlussbericht laut städtischem Informationszentrum am Mittwoch an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet wurde.

In der Frage der falschen Titel werden die einzelnen Fälle noch eingehend geprüft. Eine Eintragung hat sich jedenfalls bereits als Fälschung bestätigt, bei den drei übrigen Fällen laufen noch Nachfragen. Beispielsweise geht es dabei um zwei "Magister (FH)"-Titel, also jene akademischen Grade, welche eine Fachhochschule verleiht.

"Ingenieur"-Titel als Gefälligkeit
Die Titel werden jetzt zwar noch mit der Fachhochschule in Puch abgeglichen - es besteht aber der dringende Verdacht, dass sie nicht korrekt eingetragen wurden. Ebenso gilt nach "Krone"-Informationen ein im Jahr 2004 fälschlich vergebener "Ingenieur"-Titel als Gefälligkeit für einen Verwandten seit Montag als bestätigt.

Weiters wurden Unregelmäßigkeiten in der Kassenführung festgestellt: Offenbar wurden die Gebühren für mehrere Reisedokumente - hauptsächlich für Personen aus dem Bekannten- oder Verwandtenkreis des verdächtigen Beamten - nicht oder erst verspätet bezahlt.

Mehr Anwesenheit vorgetäuscht als erlaubt
Auch hier handle es sich aber um Einzelfälle, hieß es seitens des Informationszentrums. Bestätigt habe sich allerdings der Verdacht, dass der Bedienstete bei der elektronischen Erfassung der Dienstzeiten Anwesenheiten eingetragen habe, obwohl er zu diesem Zeitpunkt gar nicht im Büro war.

Der beschuldigte Mitarbeiter befindet sich auf "Erholungsurlaub", seinen leitenden Posten hat er bereits verloren, eine Kündigung ist aber noch unwahrscheinlich. Bürgermeister Heinz Schaden hatte über das Wochenende die interne Revision beauftragt.

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