Mo, 20. November 2017

Kinder als „Schutz“

18.01.2012 19:02

200 Kilo Kokain geschmuggelt: 8 und 10 Jahre Haft

Wegen Suchtgifthandels sind ein 39-Jähriger und seine 41-jährige Ehefrau am Mittwoch im Landesgericht Linz zu zehn und acht Jahren Haft verurteilt worden. Sie sollen von Anfang 2007 bis Frühjahr 2009 rund 200 Kilo Kokain von Amsterdam nach Linz geschmuggelt und weitergegeben haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, da beide Verteidiger Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung angemeldet haben.

Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Er hatte aufgrund der exorbitant hohen Menge an Suchtgift und des Zusammentreffens mehrerer Verbrechen eine Strafe nahe der Höchstgrenze von 15 Jahren beantragt, die Verteidiger jeweils einen Freispruch.

Bis zu 205 Kilo Kokain nach Österreich geschmuggelt
Die Anklage hatte den beiden vorgeworfen, von Anfang 2007 bis Anfang Mai 2009, als sie mit Drogen im Auto in Deutschland erwischt wurden, zwischen 172 und 205 Kilogramm Kokain (durchschnittlicher Reinheitsgehalt etwa 20 Prozent) geschmuggelt zu haben – der Mann als Fahrer, die Frau mit ihren Kindern "als Schutzschild", um nicht auffällig zu sein. Diese Masche sah das Gericht durch Zeugenaussagen als bestätigt an.

Die beiden gebürtigen Dominikaner hatten sich bis zuletzt nicht schuldig bekannt. Sie bezichtigten bereits verurteilte Mitglieder der Drogenschmuggel-Organisation, für die sie tätig gewesen sein sollen, der Lüge, als diese sie in ihren Aussagen belasteten. Das sei eine Verschwörung gegen ihn, hatte der Erstangeklagte behauptet. Das überzeugte Richter und Schöffen aber nicht.

Verteidiger kamen mit Argumenten nicht durch
Die beiden Verteidiger hatten jeweils einen Freispruch verlangt: Sie machten unter anderem den Spagat zwischen den enormen Geldbeträgen, die ihre Mandanten durch die Suchtgiftfahrten verdient haben sollen, und ihrer prekären finanziellen Situation deutlich. "Es ist absurd, dass ich es auf eine Delogierung ankommen lasse, wenn ich so viel Geld aus Drogenschmuggel habe", so der Verteidiger der Frau.

Das Duo soll Teil einer Schmuggel-Organisation sein, die insgesamt 270 Kilogramm Kokain mit einem Straßenverkehrswert von 60 Millionen Euro nach Österreich gebracht und weiterverteilt hat. Die Bande wurde im November 2010 zerschlagen, fast 40 Personen wurden bereits rechtskräftig – teilweise zu mehrjährigen Haftstrafen – verurteilt.

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