Mo, 18. Dezember 2017

Erzieher im Visier

12.01.2012 12:20

NÖ: Verdacht des Missbrauchs in Wohnheim Pitten

Im Wohnheim Pitten der Volkshilfe Wien in Niederösterreich soll es zum Missbrauch von Kindern gekommen sein. Als Verdächtiger gilt ein ehemaliger Erzieher, so Geschäftsführer Walter Kiss am Donnerstag. Laut Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt geht es um Fälle aus den 1990er-Jahren und aus 2010. Ermittlungen seien im Gang, sagte der Sprecher der Anklagebehörde, Erich Habitzl.

Der Verdacht gegen den Erzieher sei im Sommer 2010 von einer Kollegin geäußert worden, die Volkshilfe sei der Sache nachgegangen, so Kiss. Letztlich sei das Dienstverhältnis mit dem Mann nach 19 Jahren einvernehmlich aufgelöst worden.

Außerdem sei Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt erstattet worden. Kiss betonte, dass die Volkshilfe Wien aufgrund der Verdachtslage "alle Maßnahmen getroffen" habe.

Beschuldigter zeigt sich "teilweise geständig"
Hinsichtlich der drei mutmaßlichen Opfer aus den 1990er-Jahren sei ein "Großteil verjährt". In einem Fall sei jedoch ein Gutachten zu einer allfälligen Körperverletzung in Auftrag gegeben worden, auf das die Anklagebehörde laut Habitzl noch wartet. Aus 2010 gehe es um zwei weitere Buben, die Kiss zufolge nach wie vor in Pitten in Betreuung sind und laut Habitzl einvernommen wurden. Die Ermittlungen würden laufen.

Der Beschuldigte sei "teilweise geständig". Er befinde sich auf freiem Fuß, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt.

Volkshilfe unterstützt Untersuchungen uneingeschränkt
Die Volkshilfe betonte, dass die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt im Sommer 2010 die Anzeige "sehr rasch zurückgelegt" habe. Die betroffenen Kinder seien umgehend psychologisch betreut worden und würden seither therapeutisch begleitet. Aufgrund neuer Verdachtsmomente habe die Staatsanwaltschaft die Untersuchungen Ende 2011 wieder aufgenommen, was von der Volkshilfe Wien "ausdrücklich begrüßt und uneingeschränkt unterstützt" werde.

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