So, 19. November 2017

Amelie ist ‚Kämpferin‘

12.01.2012 08:51

Rottweiler-Attacke: „Mulmiges Gefühl“ vor Prozess-Start

Es wird ein Prozess mit viel Emotion: Jener Hundehalter, dessen Rottweiler am 6. Mai 2011 die damals vier Jahre alte Amelie im Wals-Siezenheimer Ortsteil Himmelreich attackiert und schwer verletzt hatte, steht am Freitag in Salzburg vor Gericht. Dem 42-Jährigen drohen bis zu zwei Jahre Haft. Die Mutter wird anwesend sein: "Mit einem mulmigen Gefühl!"

Die körperlichen Wunden sind bei der kleinen Amelie aus Wals - heute ist sie fünf Jahre alt - sehr gut verheilt. Vergangenen Mittwoch hatte das kleine, tapfere Mädchen die letzte geplante Operation hinter sich gebracht. "Alles sieht ganz gut aus", erzählt Mutter Anna Reifberger (30). "Sie ist halt einfach eine Kämpferin."

Am Freitag werden vor allem die emotionalen Wunden der Familie erneut auf eine harte Probe gestellt. Am Landesgericht muss sich nämlich jener Hundehalter verantworten, dessen Rottweiler - wie berichtet - vor gut neun Monaten das Mädchen attackiert und schwer verletzt hatte.

"Sie redet kein Wort über den Vorfall"
Der Hund sprang einfach über den 1,20 Meter hohen Zaun in den Garten und fiel das Kind an. Der Kampfhund biss Amelie einen großen Hautlappen vom Kopf, fügte ihr tiefe Rissquetschwunden am Hals und auf der Lippe zu, einen Knochenbruch und zahlreiche Hautabschürfungen. Mehrere Operationen waren nötig.

"Sie redet kein Wort über den Vorfall. Aber sie hat heute einen verständlichen Respekt vor Hunden", schildert die Mutter. Fahrlässige Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen, lastet Staatsanwalt Andreas Winkler dem 42-jährigen Hundebesitzer an. Strafrahmen: bis zu zwei Jahre.

Bisher keine Entschuldigung vom Hundehalter
Richter Gerhard Nathschläger hat zwei Zeugen geladen. Auch Mutter Anna Reifberger wird im Gerichtssaal anwesend sein – als Privatbeteiligte. "Ich gehe ohne Vorurteile in das Verfahren. Aber ein mulmiges Gefühl habe ich schon. Ich bin müde und erschöpft. Direkt nach dem Vorfall lässt man wenig an sich heran. Aber es werden sicherlich wieder alle Erinnerungen geweckt", sagt die Mutter. Entschuldigt hat sich der Hundehalter bis jetzt noch nicht.

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