Mo, 20. November 2017

„Krone“-Interview

12.01.2012 09:03

„Tomahawk“: Alle Ersparnisse nach Namensstreit weg

Mit einem Federstrich hätte ein Beamter der Bezirkshauptmannschaft Baden in Niederösterreich vor fünf Jahren den Wunschnamen eines damals 17-Jährigen bewilligen können. Doch das passierte nicht. Also wurde der Antrag auf "Tomahawk" abgeschmettert. Der Instanzenzug verschlang bisher einen fünfstelligen Eurobetrag.

"Krone": Haben Sie sich so eine Kostenlawine in Ihren kühnsten Träumen vorgestellt?
"Tomahawk": Niemals. Ich dachte, eine kleine Eingabe genügt. Als mir der Name nach der indianischen Axt verweigert wurde, zündete ich nicht die Friedenspfeife an, sondern ging auf den Kriegspfad. Abgesehen von vielen Stempelgebühren fielen auch hohe Kosten für die Vertretung bei den ganzen Behörden an.

"Krone": Wie finanzieren Sie das?
"Tomahawk": Ich habe alle meine Ersparnisse flüssig gemacht. Mit den Mitteln hätte ich mir schon einen Neuwagen kaufen können.

"Krone": Ihr neuer, ungewöhnlicher Vorname ist amtlich?
"Tomahawk": Skurrilerweise wurde mein ebenfalls nicht alltäglicher neuer Vorname – den ich nicht preisgeben möchte, um anonym zu bleiben – von den Behörden abgesegnet. Das verstehe, wer will.

"Krone": Wie geht es weiter?
"Tomahawk": Das strenge österreichische Recht ist fast einzigartig. Man muss sich auf der Zunge zergehen lassen, dass im ultrakonservativen England der Wechsel überhaupt kein Problem wäre. Deshalb ziehe ich jetzt vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

"Krone": Was sagt Ihre Familie?
"Tomahawk": Ich habe meinen Eltern erklärt, dass ich mit dem neuen Namen meine innere Veränderung nach außen sichtbar machen möchte, und sie unterstützen mich dabei. Auch meiner Freundin gefällt das indianische Allzweckgerät Tomahawk, das als ein Symbol für Naturverbundenheit, Vielfalt, Freiheit und Arbeit steht.

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